Mehrere Abkommen geplant: Iran und Russland schließen noch dieses Jahr neue Energiedeals

Mehrere Abkommen geplant: Iran und Russland schließen noch dieses Jahr neue Energiedeals
Teheran möchte noch dieses Jahr erste Verträge mit russischen Erdöl-Konzernen unterzeichnen. Das hat der stellvertretende Erdölminister Amir-Hossein Zamaninia am Mittwoch mitgeteilt. Russland soll Iran bei der Förderung der reichen Erdölreserven des Landes helfen.

„Wir sind hier, um den Prozess zu beschleunigen“, sagte Zamaninia gegenüber der Nachrichtenagentur TASS. Ein Treffen mit Vertretern russischer Erdölriesen sei auf Donnerstag angelegt.

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Russlands stellvertretender Energieminister Kirill Molodtsow gab sich über den Besuch aus Iran erfreut:

„Wir erwarten, dass die potenziell exklusiven Bedingungen und Verträge, unter denen die Islamische Republik ausländische Unternehmen und Investition anlocken möchte, unseren russischen Unternehmen präsentiert wird.“

„Entsprechende Anmerkungen und Dokumente wurden versandt und wir erwarten eine Antwort von der iranischen Seite“, fügte Molodtsow hinzu.

Sechs russische Konzerne unterzeichneten bereits vorläufige Vereinbarungen zur Teilnahme an iranischen Erdöl-Projekten. Zu den Firmen zählen sich Lukoil, Zarubezhneft, Tatneft, Rosneft, Gazprom Neft und Gazprom. „Ich hoffe, sie werden bis Mitte Dezember erste Abkommen unterzeichnen“, kommentierte Zamaninia.

Iran begann vergangenen Monat, Ausschreibungen für die Förderung von Erdöl und Erdgas an ausländische Unternehmen auszugeben. Das Land möchte seine nach jahrelangen Sanktionen marode Energieindustrie wieder mit ausländischer Hilfe in Schwung bringen. Eine neue Vertragsregelung unter dem Namen "Iran Petroleum Contract" räumt ausländischen Unternehmen das Recht ein, einen vereinbarten Anteil des persischen Erdöls selbst zu fördern. Interessierte Unternehmen haben bis zum 19. November die Möglichkeit, Angebote an Teheran einzureichen.

Russische Unternehmen signalisierten, dass sie für den Eintritt  auf den iranischen Markt im großen Stil bereit seien. Im Oktober unterzeichneten Tatneft und die Nationale Iranische Ölgesellschaft eine vorläufige Vereinbarung zur Exploration des Dehloran-Ölfeldes im westlichen Iran. Auch die Unternehmen Zarubezhneft und Lukoil unterhalten Explorationsverträge in der Islamischen Republik.

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Russlands zweitgrößter Erdöl- und Erdgasproduzzent Lukoil will seine Projekte im Iran wie den Anaran-Block wiederaufnehmen. Diesen musste es 2010 wegen internationaler Sanktionen aufgeben. Der Block wurde in Gemeinschaftsproduktion von Lukoil und Norwegens Statoil betrieben. Die geschätzten Reserven in dem Gebiet belaufen sich auf zwei Milliarden Barrel Erdöl. Die russische Firma nahm seinerzeit einen Verlust von 63 Millionen US-Dollar hin, als sie dieses Projekt aufgab. 2013 erstattete Teheran dem russischen Partner 60 Millionen US-Dollar.

Lukoil möchte seine Stellung im Iran ausbauen. Dabei schielt es auf die Ölfelder Ab-Teimur und Al-Mansouri. Für die Exploration der Felder möchte es ein Abkommen mit Teheran unterzeichnen.

Im Sommer einigten sich Moskau und Teheran auf einen fünfjährigen strategischen Kooperationsplan. Beide Staaten wählten 35 Projekte in den Bereichen Energie, Hafen und Eisenbahn aus, die künftig priorisiert ausgebaut werden sollen.

 

 

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