Unter Ausschluss Russlands: Offensive auf Rakka überschneidet sich mit Befreiung Mossuls

Unter Ausschluss Russlands: Offensive auf Rakka überschneidet sich mit Befreiung Mossuls
Bildquelle: army.mil
Die US-geführte Koalition bereitet sich auf den Angriff gegen Rakka in Syrien vor. Die Offensive soll noch vor der Einnahme Mossuls durch irakische Truppen beginnen. Russische Streitkräfte und kurdische Milizen sind nicht einbezogen.

„Wir haben bereits die Grundlage dafür gelegt, die Isolation von Rakka einzuleiten“, sagte der Pentagon-Chef bei einer Pressekonferenz mit seinem französischen Amtskollegen Jean-Yves Le Drian.

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Laut Ashton Carter einigten sich die beiden Regierungsvertreter darauf, dass die in Paris eingeladenen 13 Koalitionsstaaten „dringlich und konzentriert“ fortfahren, den IS zu bekämpfen. Der US-Verteidigungsminister bestätigte, dass es wahrscheinlich zu einer „Überschneidung“ mit der bereits laufenden Offensive gegen die irakische Stadt Mosul kommt.

Die Offensive auf die zweitgrößte Stadt des Irak begann Anfang September. Am Dienstag warnte der französische Präsident Francois Hollande, dass sich viele IS-Kämpfer in Mosul unter die Massen von Flüchtlingen mischen könnten. Das Ergebnis sei, dass sie in die syrische Stadt Rakka flüchten.

Falls die amerikanische Anti-IS-Koalition dem IS nicht den Fluchtkorridor nach Syrien abschneidet, würde die dazu führen, dass die Terrorgruppe in Syrien gestärkt wird.

Die USA schätzen die Zahl der IS-Kämpfer in der irakischen Stadt auf 6.000. In Syriens Rakka, das der US-Verteidigungsminister als „Nexus vieler Operationspläne“ des IS beschrieb, halten sich angeblich zwischen 3.000 und 4.000 Kämpfer auf.

Carter erklärte, dass der Großteil der laufenden Angriffe im Irak von „fähigen und motivierten lokalen Kräften" ausgeführt werde. Hingegen seien zahlreiche Kräfte der rund 30.000 irakischen Regierungssoldaten nur spärlich ausgebildet und hätten wenig Kampferfahrung, bemerken Analysten.

„Eine dauerhafte Niederlage für den IS kann nicht von Außenstehenden erreicht werden. Diese kann nur von Syrern erreicht werden, die von uns aktiviert werden“, räumte der Pentagon-Chef ein.

Er deutete damit an, dass sich die Koalition in Syrien auf eine Kooperation mit Kämpfern so genannten "Freien Syrischen Armee" stützen wird. Diese von der CIA aufgebauten Milizen rücken gegenwärtig gemeinsam mit türkischen Spezialeinheiten auf die IS-Stadt el-Bab vor.

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Die Schlacht um Mosul, das der IS im Jahr 2014 eingenommen hat, erreicht eine bisher ungekannte Größenordnung. Sie könnte Monate lang dauern. Das Pentagon möchte sich bisher nicht auf eine zeitliche Aussage festlegen. Heute leben in der nordirakischen Stadt 1,5 Millionen Bürger.

„Ich denke, alles wendet sich zum Guten. In naher Zukunft setzen wir unsere Anstrengungen erfolgreich um. Und wieder, ich kann die Zeit nicht definieren, aber es steht unmittelbar bevor“, sagte ein hochrangiger Pentagon-Vertreter Anfang diese Woche.

Russland wurde nicht eingeladen, um an der gemeinsamen Offensive teilzunehmen. Stattdessen verurteilte die US-geführte Koalition den Kampf der russischen Streitkräfte in Syrien. Anders als die amerikanischen und türkischen Truppen operieren die russischen Soldaten auf offizielle Einladung durch den syrischen Präsidenten Baschar el-Assad in dem Land.

„Russland nimmt an unseren Rakka-Planungen nicht teil“, sagte Carter.

Er bestand jedoch vor der Presse darauf, dass beide Staaten ein gemeinsames Interesse an der Bekämpfung des IS hätten, trotz gescheitertem Waffenstillstand.

„Wir entschärfen unsere Koalitionsoperationen mit Russland mittels eines professionellen militärischen Gesprächskanals. Dieser Kanal ist jeden Tag aktiv. Alle Beteiligten verhalten sich sehr professionell“, fügte Carter hinzu.

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Die kurdischen YPG-Milizen spielte lange Zeit eine zentrale Rolle, wenn es darum ging, den IS in Nordsyrien zu bekämpfen. Bei der Befreiung von Rakka wird die YPG voraussichtlich nicht beteiligt sein.

Die kurdische Miliz lehnt diesen Schritt auch aus eigenen Erwägungen ab, da die Region um Rakka mehrheitlich arabisch geprägt ist. Die YPG befürchtet die Zuspitzung von ethnischen Spannungen bei einem militärischen Vordringen, die sich militärisch nicht lösen lassen würden.

„Die Kurden, mit denen ich zu tun habe, wollen nicht nach Rakka. Sie wissen, dass sie eine Rolle bei der Isolierung Rakkas spielen könnten, aber sie haben keine Intention, die Stadt einzunehmen“, sagte die Pentagon-Quelle.

Die syrische Regierung äußerte sich zu diesen Plänen des Westens noch nicht. Zuvor kritisierte sie wiederholt und aufs Schärfste die westliche Einmischung in syrische Angelegenheiten seit Ausbruch des Bürgerkriegs. Die US-geführte Koalition begann 2014, Luftschläge gegen den IS in Rakka auszuführen. Ein Mandat der Vereinten Nationen für einen militärischen Eingriff in der arabischen Republik besitzt die Koalition nicht.

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