Der neue Terror von oben – IS verübt erstmals tödlichen Drohnenangriff

Der neue Terror von oben – IS verübt erstmals tödlichen Drohnenangriff
In den letzten Wochen soll der IS drei Drohnenangriffe im Irak verübt haben. Der letzte Angriff war für die gegen die Terrorgruppen am Boden kämpfenden Soldaten tödlich. Eine neue Gefahr, die auch in Deutschland zu entsprechenden Maßnahmen führt.

Von Olga Banach

Im irakischen Erbil, der einstigen kurdischen Vorzeigestadt, flog der IS im Laufe der vorangegangenen Tage mehrfach Angriffe mit Drohnen. Dabei wurden zwei kurdische Kämpfer getötet und zwei französische Elite-Soldaten verletzt. Die unbemannten Flugobjekte waren mit Sprengstoff beladen und hatten die Größe eines Modellflugzeugs. Der Sprengstoff war jeweils als Batterie getarnt, die Objekte explodierten bei der Landung. Es war nicht das erste Mal, dass die Terrororganisation IS Drohnen abseits von Spionagezwecken verwandt hat, aber es war das erste Attentat von oben mit Todesfolge.

Sind die Drohnen ein neues Mittel im asymmetrischen Krieg?
Die USA nehmen die Drohnenangriffe des IS sehr ernst. Es wurde sogar eine neue Abteilung eingerichtet, um den lebensgefährlichen Drohnen Einhalt zu gebieten. Die amerikanische Militär-Forschungseinrichtung DARPA sucht nach geeigneten Ansätzen, um Laser-Systeme zu kreieren, die in der Lage wären, die USA vor Miniaturdrohnen zu schützen. Die Entwicklung eines solchen Systems soll aber nicht vor 2020 abgeschlossen sein. Die Idee hinter dem Konzept ist, dass Sensoren die Drohnen aufspüren, identifizieren und verfolgen sollen.

Was anschließend stattfindet, hierin ist man sich noch nicht einig: Entweder könnte die Flugkontrolle des unbemannten Flugobjektes übernommen werden oder die Drohne wird abgefangen oder zerstört. Neben den USA sind es auch Israel und Deutschland, die an Laserwaffen arbeiten, die diese Möglichkeiten zur Terrorabwehr eröffnen sollen.

Auch die deutschen Sicherheitsbehörden fürchten, dass Drohnen ein steigendes Sicherheitsrisiko darstellen. Ein Sprecher des Bundeskriminalamtes äußert sich gegenüber der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung diesbezüglich:

Denkbare Szenarien, die mittels Drohnen ausgeführt werden können, reichen von Störungen von Veranstaltungen und allgemeinkriminellen Anwendungen über Ausspähungen bis hin zu möglichen terroristischen Anschlägen, zu deren Zielen auch Großveranstaltungen gehören können.

Ein Polizeihubschrauber und eine Drohne überwachen eine Demonstration von zehntausenden Menschen gegen rassistische Poizeigewalt in Baltimore, Mai 2015.

In Konsequenz hat das BKA eine neue Planstelle geschaffen, um dem durch die Drohnen geschaffenen Gefahrenpotenzial begegnen zu können. Der FC Bayern will für sein Stadion elektromagnetische Impuls-Abwehrgeräte erwerben.

Während das amerikanische Militär im Krieg Drohnen von der Größe eines kleinen Passagierflugzeuges einsetzt, hat die Terrorgruppe nur Zugriff auf Hobbydrohnen, die im freien Verkauf erhältlich sind. Diese kosten zwischen 1.000 und 3.000 US-Dollar und können nur kleine Mengen an Sprengstoff befördern.

Sicher werden die Terrororganisationen auf diese Weise keinesfalls Herr über den Himmel. Aber dennoch handelt es sich um fliegende Bomben, die Schaden an Sache und Mensch anrichten können und die auch der Unberechenbarkeit bezüglich ihrer Zielauswahl wegen ein extremes Gefahrenpotenzial eröffnen. Die stetige Verbesserung hinsichtlich der Flugzeit und Tragkraft von Hobbydrohnen wird die Gefahrenlage noch weiter verstärken.