Jemen: Huthi-Milizen feuern ballistische Raketen auf Anlagen der saudischen Ölgesellschaft Aramco

Symbolbild
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Huthi-Milizen im Jemen haben eigenen Darstellungen zufolge Raketen auf Anlagen der saudischen Ölgesellschaft Aramco abgeschossen. Dabei sollen Einrichtungen des Ölunternehmens im Südwesten Saudi-Arabiens zerstört worden sein. Riad selbst bestätigt diese Berichte bisher nicht.

Das staatliche iranische Nachrichtenportal Press TV berichtete unter Berufung auf den Huthi-nahen Fernsehsender al-Masirah, dass die Rebellen ballistische Raketen abfeuerten. Diese trafen der Darstellung zufolge Aramco-Einrichtungen in der saudischen Küsten-Provinz Dschisan. Die jemenitische Nachrichtenagentur Saba zitierte „eine unidentifizierte Quelle“, die von einer einzelnen abgefeuerten Rakete sprach.

Während auch die staatlich-geführte Nachrichtenagentur Saudi Press Agency den Angriff mit der Meldung bestätigte, dass ein Projektil von Jemen aus abgefeuert wurde und dieses ein Feuer in einer Aramco-Anlage auslöste, dementiert Aramco offiziell ein solches Ereignis. Alle Anlagen des Unternehmens seien sicher, schrieb Aramco in einer Stellungnahme.

Al-Masirah veröffentlichte in den Sozialen Medien am Freitag eigens ein Video von mehreren Huthi-Angriffen auf saudische Militärpositionen in der saudisch-jemenitischen Grenzregion. Die Zusammenstöße fanden unweit der saudischen Grenzstadt Nadschran statt, wo ebenfalls eine signifikante schiitisch-ismailitisch gepräfte Bevölkerung lebt.

Bildquelle: Google Earth

Der mutmaßliche Angriff der Huthis kommt nur Tage, nachdem sich US-Außenminister, John Kerry, mit dem König von Saudi-Arabien getroffen hatte. Beide Seiten diskutierten die Lage in Jemen. Die USA unterstützen die Saudi-geführte Offensive gegen die schiitischen Huthis mit Waffenverkäufen, Logistik und Geheimdienstinformationen.

Jemens geografische Lage ist strategisch bedeutend. Das Land kontrolliert die Meeresstraße Bab el-Mandab, die das Rote Meer mit dem Golf von Aden verbindet. Durch diese Straße verlaufen weltweit bedeutsame Öllieferungen.

Aramco, auch als Saudi Arabian Oil Co bekannt, gilt als weltweit größtes Energieunternehmen. Laut dem Finanznachrichtenportal Bloomberg ist Aramco mehr als zwei Billionen US-Dollar wert. 2017 will die saudische Regierung Börsenmedien zufolge rund fünf Prozent an Aramco beim Börsengang verkaufen. Im Gegenzug möchte Riad rund 100 Milliarden US-Dollar einnehmen, berichtete das Nachrichtenportal Oil Price.