Foreign Policy: Basis in Deveselu hat nicht die Ausstattung zur Aufbewahrung von Atomwaffen

Foreign Policy: Basis in Deveselu hat nicht die Ausstattung zur Aufbewahrung von Atomwaffen
In US-Sicherheitskreisen wird derzeit über die in mehreren Medien kolportierten Darstellungen spekuliert, wonach die Beziehungen zwischen den USA und der Türkei sich so stark verschlechtert hätten, dass die Amerikaner mit der Verbringung ihrer Nuklearwaffen nach Rumänien begonnen hätten.

Das Fachmagazin Foreign Policy beeilte sich zu erklären, dass die Behauptung, Nuklearwaffen des Typs B61 wären bereits auf dem Weg zur rumänischen Basis Deveselu, keine Grundlage habe. Das rumänische Verteidigungsministerium hatte die Meldung umgehend dementiert. Fachleute sprachen von einer aus technischer Sicht unlogischen Entscheidung, die eine solche Verlegung bedeuten würde.

Unter anderem hatte die Nachrichtenplattform Euractiv Überlegungen zu dem vermeintlichen Transfer angestellt und die Frage aufgeworfen, wohin die Waffen hin verlegt würden. Obwohl es keine offizielle Stellungnahme der US-Regierung gab, äußerten sich einige Experten gegenüber Foreign Policy zu dem Thema.

Nuklearwaffenexperte Jeffrey Lewis vom Middlebury Institute of International Studies in Monterey sagte, Rumänien verfüge nicht über die speziellen WS3-Kammern, die erforderlich wären, um die Waffen sicher zu lagern. Die Berichte beruhten auf keinerlei nachvollziehbaren Quellen. „Eine dazu befragte Person erklärte, es handle sich um einen falschen Alarm, und die rumänische Regierung bestritt die Äußerungen. Trotzdem hat man sie publiziert“, kritisierte Lewis gegenüber FP.

Der Autor des Artikels, so Lewis, „weiß nicht, was eine B61-Waffe ist“. Bei einer B61 handelt es sich um eine in den USA hergestellte, 300 Pfund schwere taktische Atombombe, die von einem Kampfjet transportiert wird und eine Detonationswirkung von bis zu 340 Kilotonnen aufweist. Er verteidigte dennoch seine Geschichte auf Twitter.

Rumäniens Verteidigungsministerium hat die Darstellung ebenfalls kategorisch zurückgewiesen und erklärt, eine solche Option werde nicht einmal unter den NATO-Mitgliedern diskutiert. Rumänien gehört nicht zu den – tatsächlich sehr wenigen – Staaten innerhalb der Allianz, die sich bereiterklärt hatten, US-Nuklearwaffen zu lagern. Auch aus diesem Grund würde es vonseiten der Russischen Föderation als Provokation aufgefasst, würden die Waffen dorthin verlegt.

Der gescheiterte Putsch in der Türkei vom 15. Juli hat dennoch Spekulationen über die Zukunft der US-amerikanischen Nuklearwaffen ausgelöst, die sich auf der Luftwaffenbasis İncirlik befinden. Dies nicht nur auf Grund der Differenzen rund um das Vorgehen der Sicherheitskräfte gegen mutmaßliche Putschbeteiligte, das unter anderem zur Folge hatte, dass der gesamten Luftwaffenbasis für einige Tage der Strom abgedreht wurde.

Symbolbild

Auch Gerüchte, wonach die Türkei İncirlik ebenso der russischen Luftwaffe öffnen könnte, damit diese gleichfalls von dort aus ihren Kampf gegen den IS in Syrien führen kann, haben zu Irritationen geführt. Darüber hinaus sehen einige US-Sicherheitsexperten die Grenznähe der Basis zu Syrien als Risiko. Terroristen könnten versuchen, sich der Basis zu bemächtigen.

Die Türkei wirft den USA schleppendes Vorgehen bei der Auslieferung des in Pennsylvania lebenden Predigers Fethullah Gülen vor, der verdächtigt wird, der Drahtzieher hinter dem Putschversuch zu sein. Es wird außerdem darüber spekuliert, ob er dabei nicht Hilfe von der CIA bekommen habe. Über eine Zusammenarbeit der Gülen-Bewegung mit dem Geheimdienst wird in der Türkei schon seit Längerem spekuliert.