USA warnen Damaskus: Wir schießen syrische Flugzeuge ab, wenn diese weiter US-Alliierte bombardieren

USA warnen Damaskus: Wir schießen syrische Flugzeuge ab, wenn diese weiter US-Alliierte bombardieren
US-unterstützte Kurdeneinheiten in der nordostsyrischen Stadt Hasaka dementieren Berichte der syrischen Armee, wonach die Streitkräfte ein Abkommen mit der kurdischen YPG erreicht hätten. Die USA warnten , dass sie syrische Flugzeuge über syrischem Boden abschießen werden, sollte Damaskus die US-Alliierten in Hasaka weiter bombardieren. Russland versucht derweil zwischen Damaskus und der YPG zu vermitteln.

Das syrische Militär teilte am Sonntag mit, man habe ein Waffenstillstandsabkommen mit der YPG in der nordöstlichen syrischen Stadt Hasaka geschlossen. Quellen der kurdischen YPG, die Teile der Stadt und die umliegende Region kontrolliert, gaben hingegen an, ein Abkommen müsse noch ausgearbeitet werden. Seit dem vergangenen Mittwoch liefert sich die syrische Armee mit den kurdischen Einheiten der US-unterstützten „Demokratischen Kräfte Syriens“ heftige Gefechte in der Innenstadt von Hasaka.

Im Rahmen eines Versuchs, die Wogen zu glätten, reiste am Samstag eine Delegation russischer Beamter der Luftwaffenbasis Hmeimim in der Provinz Latakia nach Kamischli. Dort versuchten die russischen Militärs, zwischen der syrischen Armee und der YPG zu vermitteln.

Eine syrische Militärquelle räumte gegenüber AFP ein, dass das Abkommen, von dem die Rede ist, auf zweitägige Anstrengungen der russischen Seite am Verhandlungstisch zurückzuführen sei.

Das Waffenstillstandsabkommen sieht ein „Ende aller Feindseligkeiten“ vor und die „Rückkehr aller Regierungstruppen auf jene Positionen in Hasaka, die von YPG-Kämpfern seit Mittwoch eingenommen wurden“, informierte die syrische Militärquelle. Außerdem sollen Verletzte in die Stadt Kamischli transferiert werden. Abschließende Verhandlungen würden am Montag stattfinden.

Eine kurdische Quelle aus der YPG sagte gegenüber AFP jedoch, dass sich die involvierten Parteien bislang auf keinen der Punkte einigen konnten. „Es wurde kein Abkommen über einen Waffenstillstand oder die Rückgabe von Stellungen an das Regime geschlossen“, sagte die Quelle.

Zuvor äußerte eine Quelle aus Hasaka, eine weitere Delegation russischer Beamter und Mitglieder der regierungstreuen Nationalen Verteidigungseinheiten (NDF) sei auf dem Flughafen von Kamischli gelandet. In der Stadt sollen neue Konsultationen abgehalten werden.

Laut AFP hat die Armee zahlreiche in den letzten Tagen verlorene Positionen in Hasaka wieder von der YPG eingenommen, die als syrischer Ableger der PKK gilt. Der Stellungen in el-Naschwa im Süden Hasakas seien noch immer unter der Kontrolle der Kurdenmiliz.

Jüngst kritisierte die syrische Regierung die YPG für ihr Vorgehen in Hasaka scharf und sprach dabei dezidiert von der „PKK“, die sich in Nordsyrien eingenistet habe. Diese habe sich mit den USA verbündet. Auf dem Gebiet des so genannten „Rojava“ – so bezeichnen Kurden ihr angestrebtes Autonomiegebiet in Nordsyrien – erlaubte die YPG bislang die Errichtung von mindestens drei US-Militärbasen.

Offiziell kooperieren die syrische Armee und die YPG im Kampf gegen die Terrormiliz „Islamischer Staat“. Damaskus ist allerdings nicht bereit, eine Föderalisierung oder gar Unabhängigkeit Nordsyriens zuzulassen. Nicht zuletzt deshalb nahmen die Spannungen in Hasaka zu, wo die syrische Armee stets eine starke Präsenz aufwies.

Die ersten Zusammenstöße brachen am Mittwoch aus, nachdem die YPG gefordert hatte, dass sich die NDF aus Hasaka zurückzieht. Daraufhin begann die syrische Armee am Dienstag, Stellungen der YPG aus der Luft zu bombardieren.

Ein ISIS-Kämpfer in Raqqa:  von der US-Militärspitze verharmlost.

Auch am Sonntagmorgen überflogen syrische Kampfjets Hasaka, aber führten keine Angriffe aus, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Zuvor warnten die USA, dass sie syrische Flugzeuge über syrischem Boden abschießen werden, sollte Damaskus die US-Alliierten in Hasaka weiter bombardieren. US-Kampfjets vom Typ F-22 hoben ab. Sie richteten kurzzeitig eine de-facto Flugverbotszone ein. Die US-Kampfflugzeuge schützten dabei nicht nur die YPG, die vom türkischen NATO-Partner als terroristische Vereinigung gelistet wird, sondern auch US-Spezialeinheiten, die in Hasaka weilten. Die amerikanischen Truppenteile, die sich vor Ort befunden hatten, um mit den kurdischen Einheiten zu arbeiten, sollen sich so nahe an den einschlagenden Bomben befunden haben, dass sie die Wucht der Detonation mitbekamen.

Laut dem Fachportal „War is boring“ sollen sich die US-amerikanischen F-22 den syrischen Bombern vom Typ Su-24 auf eine Meile Entfernung genähert haben. Die syrischen Flugzeuge befanden sich unmittelbar im Feuerbereich der Waffensysteme der Raptors.

Seit Mittwoch starben laut der in Großbritannien ansässigen Beobachtungsstelle für Menschenrechte 43 Menschen, von diesen allein 27 in Hasaka. Tausende Zivilisten flüchteten vor den Kämpfen aus der Stadt.

Seit Beginn des syrischen Bürgerkriegs 2011 starben mehr als 290.000 Menschen.

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