Syrien: US-Verbündete stimmen freiem Geleit für IS aus Manbidsch zu

Symbolbild - IS-Wagenkolonne in Libyen, Oktober 2014.
Symbolbild - IS-Wagenkolonne in Libyen, Oktober 2014.
Die von den USA unterstützten Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) haben Dutzenden Fahrzeugen des „Islamischen Staates“ die Flucht aus der nordsyrischen Stadt Manbidsch erlaubt. Insgesamt erhielten 100 bis 200 IS-Kämpfer sicheres Geleit aus der umkämpften Stadt.

Der Pressesprecher der US-geführten Anti-IS-Koalition, Oberst Chris Garver, sagte gegenüber Reportern im Pentagon, die Entscheidung, Konvois des „Islamischen Staates“ aus der Stadt zu lassen, wurde von Kommandeuren der Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) getroffen. Die SDF, in der auch kleinere arabische und turkmenische Einheiten kämpfen, werden von den kurdischen, so genannten „Volksverteidigungskräften“ (YPG) dominiert.

Oberst Chris Garver gab an, der IS habe Zivilisten in seine Fahrzeuge genommen und das Militär wollte Todesopfer vermeiden. Er sagte, er wisse nicht, wie viele von den Zivilisten sich freiwillig dem IS anschlossen, einige davon wären wahrscheinlich jedoch Geiseln. Die 100 bis 200 Kämpfer rückten vergangenen Freitag aus Manbidsch ab. Aufklärungsdrohnen der USA verfolgten den Abzug, um sicherzustellen, dass sich die Dschihadisten nicht neu gruppieren und die Stadt infiltrieren.

Es war das erste Abkommen dieser Art mit der Terrorgruppe, das zumindest publik wurde. Nichtsdestotrotz nutzten die IS-Kämpfer Zivilisten als Schutzschilde für die Flucht. „Sie hielten Zivilisten fest und warfen sie im Grunde vor die Schusslinie, um deren Tod möglicherweise als Propaganda zu verwenden. Wir gingen von diesem Szenario aus“, erklärte der US-Oberst.

US-geführte Koalitionstruppen hatten zuvor drei Monate lang Manbidsch und dessen Umgebung aus der Luft bombardiert. Wie Reuters berichtete, nahmen Koalitionstruppen die vom IS gehaltene Stadt auch mittels Raketen und Artillerie von der Türkei aus unter Feuer. Unklar ist, ob die türkische Armee an den Kampfhandlungen beteiligt war. Die Stadt dürfte allerdings noch in Reichweite der türkischen Artillerie liegen.

Im Juli warfen Koalitionsflugzeuge mehrere Tonnen Munition, Bomben, Raketen und schwere Maschinengewehre für die Einheiten der YPG und ihrer Verbündeten über Nordsyrien ab. Laut US-Schätzungen starben bei Luftschlägen der Koalition rund 2.000 IS-Kämpfer.

Die Demokratischen Kräfte Syriens gaben am vergangenen Freitag bekannt, dass Manbidsch vom IS befreit wurde. Gegenwärtig sichern die Einheiten die Stadtviertel ab und entminen sie.

Das Pentagon warnte zuvor, der IS könnte die Stadt mit improvisierten Bombenfallen übersät haben.

Manbidsch stellt für die SDF einen wichtigen Sieg dar. Die Einnahme der Stadt unterbricht Kommunikations- und Versorgungslinien zwischen der selbsternannten IS-Hauptstadt Rakka und Nordsyrien.

 

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