Syrien: Russische Überschallbomber fliegen vom Iran aus Angriffe gegen IS- und Al-Nusra-Stellungen

Syrien: Russische Überschallbomber fliegen vom Iran aus Angriffe gegen IS- und Al-Nusra-Stellungen
Russlands Überschallbomber vom Typ Tu-22M3 haben von einer iranischen Luftwaffenbasis aus ihre ersten Luftangriffe gegen Ziele in Syrien durchgeführt. Moskau und Teheran hatten zuvor ein Militärabkommen unterzeichnet, das die Stationierung von russischen Kampfflugzeugen auf dem Hamadan-Militärflughafen im Westen des Irans erlaubt.

Der voll beladene Langstreckenbomber verließ Hamadan, um Stellungen des „Islamischen Staates“ und anderer dschihadistischer Formationen wie Dschabhat Fatih el-Scham, ehemals al-Nusra-Front, in den Provinzen Aleppo, Deir ez-Zor und Idlib zu bombardieren.

Mittels der Luftschläge gelang es, fünf große Waffendepots und Ausbildungsanlagen zu zerstören. Außerdem konnte man drei Kommandostellungen und eine große Anzahl von Kämpfern ausschalten, heißt aus dem russischen Verteidigungsministerium.

Die Tupolew Tu-22M3 erhielt auf ihrer Mission Begleitschutz durch Kampfjets der Typen Su-30sm und Su-35s. Diese hoben von der russischen Luftwaffenbasis im syrischen Hmeimim aus ab. Über die Anzahl der in Hamadan stationierten russischen Kampfflugzeuge sind bislang keine Details bekannt. Das als Hisbollah-nah geltende Nachrichtenportal al-Masdar veröffentlichte Fotos von drei russischen Tu-22M3 Bombern und einem Militärtransporter vom Typ Il-76, die im Iran stationiert sein sollen.

Die Stationierung im Iran bringt für Moskau den operativen Vorteil, dass die Flugzeit der großen Bomber, die ansonsten von Russland aus starten müssten, bei der Bombardierung von Zielen in Syrien drastisch verkürzt wird. Eine verkürzte Flugzeit führt zu einer erhöhten Reaktionsfähigkeit der russischen Luftwaffe in Syrien, die so flexiblere Operationen ermöglicht.

Zuvor führten russische Langstreckenbomber von der russischen Luftwaffenbasis Mozdok aus Luftschläge in Syrien durch. Diese ist 2.000 Kilometer vom syrischen Luftraum entfernt. Mit der Basis Hamadan reduziert sich die Entfernung auf 700 Kilometer. Zeitsensitive Luftangriffe erfolgen nun schneller und kostengünstiger.

Vom syrischen Luftwaffenstützpunkt Hmeimim in der Küstenprovinz Latakia aus fliegen russische Kampfjets bereits seit September 2015 Angriffe gegen den „Islamischen Staat“ und andere terroristische Rebellengruppen. Eine Verlegung der Tu-22M3 nach Hmeimim ist nicht möglich, da die Start- und Landebahn des Flughafens für Flugzeuge dieses Typs zu kurz ist. Dieser Umstand wird sich in naher Zukunft ändern. Damaskus erlaubte Moskau, eine permanente Militärbasis in Hmeimim zu unterhalten. Die russische Luftwaffe bereitet gegenwärtig die Ausweitung und Modernisierung des Stützpunktes vor. Künftig sollen alle Kampfflugzeuge, die sich im russischen Bestand befinden, von Hmeimim starten und landen können.

Die Militärkooperation zwischen Iran und Russland entwickelt sich seit der Umsetzung des Atomdeals in großen Schritten. Im Januar dieses Jahres hatten Moskau und Teheran einen militärischen Kooperationsdeal unterzeichnet. Beide Staaten weiteten zudem ihre Zusammenarbeit in der Ausbildung von Militärs und in der Terrorismusbekämpfung aus. Russlands Verteidigungsminister Sergej Schoigu und sein iranischer Amtskollege Brigadegeneral Hussein Dehghan unterzeichneten das Dokument in Gegenwart hochrangiger russischer Militärs in Teheran.

Am Montag berichteten russische Medien, Moskau habe Iran und Irak um die Erlaubnis gebeten, Marschflugkörper über deren Territorium nach Syrien zu transportieren. Diese könnten von Kampfschiffen im Kaspischen Meer aus abgefeuert werden, um feindliche Stellungen im Bürgerkriegsland auszuschalten.

Unterdessen starteten die maritimen Kräfte Russlands im Mittelmeer und Kaspischen Meer simultane Kriegsübungen. Die Kriegsschiffe trainieren Artillerieunterstützung und Raketenfeuer „unter simulierten Schlachtfeldbedingungen“. Im Mittelmeer unterhält Russland zwei Lenkwaffenkampfschiffe, die mit Marschflugkörpern vom Typ Kalibr-NK ausgerüstet sind. Im Kaspischen Meer sind bis dato insgesamt vier Lenkwaffenkampfschiffe stationiert.

Am 7. Oktober 2015 schossen vier russische Kampfschiffe 26 Marschflugkörper auf den IS in Syrien ab, informierte der russische Verteidigungsminister. Die Raketen flogen damals rund 1.500 Kilometer weit und eliminierten elf Ziele. Am 20. November schoss Russlands Kaspische-Flotte weitere 18 Marschflugkörper auf die syrischen Provinzen Rakka, Idlib und Aleppo ab.

 

 

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