Israelische Internet-Sicherheits-Firma hackt IS-Kommunikationssystem

Offenbar auch bei Terroristen beliebt: Der Messaging-Dienst Telegram
Offenbar auch bei Terroristen beliebt: Der Messaging-Dienst Telegram
Die Internet-Sicherheits-Firma Intsight hat erklärt, sie habe ein Kommunikationssystem der Terrorgruppe IS gehackt. In dem Forum wurden Listen mit potenziellen Zielen für Anschläge veröffentlicht. Laut dem Bericht nutzten die Dschihadisten dafür den Messenger-Dienst Telegram.

Symbolbild - Irakische Regierungstruppen mit erbeuteter IS-Flagge.

Die in der israelischen Stadt Herzlia ansässige Internet-Sicherheits-Firma Intsight ist unter anderem auf nachrichtendienstliche Arbeit, gegen "Cyberbedrohung", wie sie es bezeichnet, spezialisiert. Gegründet wurde sie von Veteranen der Israelischen Armee (IDF).

Durch Hacken eines IS-Forums gelang es der Firma einen Einblick in potenzielle Anschlagziele zu erhalten. Das Forum lief im Darknet über den Messaging-Dienst Telegram. Der Dienst Telegram ist bekannt für seine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung von Nachrichten.

Nach dem Infiltrieren des Netzwerkes kam es am Montag zur internen Veröffentlichung einer Liste. Darin waren Anschlagsziele der Dschihadisten enthalten. Sie seien „extremly specific“ (extrem spezifisch), so der israelische Sender Channel 10. Die Gruppe bestehe aus 500 Personen, so der Sender weiter.

Bei den Anschlagszielen handelt es sich hauptsächlich um Militärbasen der US-Luftwaffe, unter anderem in Bahrain, Kuwait und Saudi-Arabien. Die Stützpunkte in diesen drei Ländern sind mit dem Eintrag „hohe Priorität“ gekennzeichnet. Die Liste beinhaltet allerdings auch Ziele in Europa, Israel und Lateinamerika.

In einem Interview mit der israelischen Nachrichtenagentur TPS, sagte der Vize-Präsident von Intsight, Alon Arvatz:

Die lange Liste beinhaltet exakte Koordinaten für jedes Ziel, die alle Flughäfen und Luftwaffenbasen sind, welche von den Vereinigten Staaten benutzt werden, oder benutzt werden könnten.

Der jüngste Anschlag der Kirche der in der französischen Stadt Saint-Etienne-du-Rouvray war ebenfalls auf einer Liste der Terroristen. Diese sei nur wenige Monate vor dem Anschlag am 26. Juli ebenfalls über das Telegram-Forum gesendet worden, so Arvatz. Bei diesem Anschlag wurde der 85-jährige Priester Jacques Hamel mit einem Messer getötet und eine weitere Person schwer verletzt. Die Angreifer wurden von französischen Sicherheitskräften niedergestreckt.