Schlacht um Aleppo: Rebellen verkünden Durchbruch des Belagerungsrings - Damaskus dementiert

Rebellenmiliz mit einem eroberten Panzer in der Artillerie-Akademie von Aleppo, 6. August 2016.
Rebellenmiliz mit einem eroberten Panzer in der Artillerie-Akademie von Aleppo, 6. August 2016.
Die Stadt Aleppo ist weiterhin stark umkämpft. Ein Bündnis von radikalen Islamisten hat erklärt, dass es den Belagerungsring durchbrochen hat. Die syrische Regierung verneinte die Berichte und erklärt, dass die Rebellen starke Verluste erlitten haben, bei dem Versuch einen Militärkomplex zu erobern.

Seit Freitag finden intensive Kämpfe im Südwestteil von Aleppo, im Ramouseh-Viertel, statt. Die selbsternannte "Eroberungsarmee", bestehend aus verschiedenen islamistischen Rebellengruppen begann eine Offensive gegen die syrische Armee. Die dschihadistisch geprägte Rebellenallianz versucht seit Tagen die Belagerung der Stadt Aleppo zu durchbrechen.

Jugendliche lesen Flugblätter der regulären Armee. Sie bitten die Bevölkerung mit der Armee zusammenzuarbeiten und fordern die Aufständischen auf, ihre Waffen niederzulegen, Aleppo, 28. Juli 2016.

Die Offensive ging vom Ramouseh-Virtel aus. Dort sind mehrere militärische Ausbildungsstätten angesiedelt. Unter anderem die Artillerie- und Militärakademie. Die Rebellen brachten am ersten Tag der Offensive ein breites Arsenal an Waffen zum Einsatz. Vor allem entlang der Achse des Militärkomplexes kam es zu massiven Kämpfen. Sowohl die russische als auch die syrische Luftwaffe bombardierten Stellungen der Dschihadisten.

Am Samstag hieß es von Seiten der Rebellengruppierung, dass sie die Belagerungslinie durchbrochen hätten. Russische Jets bombardierten erneut das Ramouseh-Viertl, denn es kam immer wieder zu Waffen- und Munitionsplünderungen innerhalb der Militärakademien. Unter anderem waren daran auch Mitglieder der Terrorgruppe Jabhat Fatah al-Sham [ehemals Jabhat Al-Nusra] beteiligt. Die Gruppe veröffentlichte auf Twitter Bilder, mit dem erbeuteten Material.

Die Rebellen festigten, nach eigenen Angaben, am Folgetag ihre Positionen im neu eroberten Gebiet.

Ein Kommandant erklärte Reuters, dass die Belagerung zwar durchbrochen, die Lage jedoch noch immer nicht einfach sei. Auch das syrische Militär erklärte, dass der Südwesten eine offene militärische Zone sei. Der Durchgang zum Ostteil der Stadt wird von Scharfschützen der Regierungstruppen überwacht. Es werden außerdem weiterhin Luftschläge gegen die radikalen Islamisten durchgeführt.

Die Stadt könnte bald einer humanitären Katastrophe zum Opfer fallen. Laut UN-Schätzung ist trotz Hilfskonvois die Versorgung für die Bevölkerung nur noch einige Wochen gesichert. In den Krankenhäusern fehlt es grundlegender medizinischer Ausrüstung.