Syrien: Terrormiliz will Leichen der russischen Hubschrauberpiloten gegen Gefangene austauschen

Kämpfer des islamistischen Miliz Jabhat Fateh al-Sham feiern den Abschuss des russischen Transporthubschraubers Mi-8.
Kämpfer des islamistischen Miliz Jabhat Fateh al-Sham feiern den Abschuss des russischen Transporthubschraubers Mi-8.
Die Leichen der russischen Militärs, die beim Abschuss eines Mi-8-Hubschraubers in der syrischen Provinz Idlib gefallen sind, sollen sich in Händen der Terrormiliz „Al-Nusra-Front“ befinden, berichtet RIA Nowosti unter Berufung auf eine Militärquelle. Andere Medien verweisen auf eine bisher unbekannte Miliz, die die Überreste der russischen Soldaten gegen dschihadistische Gefangene austauschen will.

Laut der Quelle der russischen Nachrichtenagentur, welche dem Kommando der Volksverteidigungseinheiten von Aleppo nahestehen soll, hält Al-Nusra zwei oder drei Leichen der Besatzungsmitglieder in ihren Händen.    

Der russische Mi-8-Hubschrauber war am 1. August in der nordwestlichen Provinz Idlib auf dem Rückflug zum Stützpunkt Hmeimim abgeschossen worden, nachdem er humanitäre Güter nach Aleppo befördert hatte. An Bord hatten sich drei Crewmitglieder und zwei Offiziere des "Russischen Zentrums für Versöhnung der Konfliktparteien in Syrien" befunden. Der Chef der operativen Hauptverwaltung des Generalstabs der Russischen Föderation, Sergej Rudskoj, hatte kurz nach dem Vorfall mitgeteilt, dass der Helikopter über dem von der Al-Nusra-Front und sogenannten „moderaten“ Opposition kontrollierten Territorium abgeschoßen worden sei.

Der Quelle zufolge habe die Leichen eine Einheit geborgen, die von einem gewissen Mohamad Muheisni aus Saudi-Arabien befehligt werde.   

Zuvor waren in Medien Informationen aufgetaucht, dass eine bisher unbekannte Miliz mit dem eigenwilligen Namen „Generalfonds für die Angelegenheiten der Gefangenen“ erklärt hätte, die Leichen der Mi-8-Crewmitglieder bei sich zu haben.   

Laut der Nachrichtenagentur Reuters sollen die Kämpfer vorgeschlagen haben, die Leichen der russischen Militärs gegen syrische Gefängnisinsassen und von der Hisbollah im Libanon entführte Personen auszutauschen. Zu der Zahl und den Namen der Personen habe es keine Angaben gegeben. Außerdem habe die Gruppierung gefordert, die Belagerung Aleppos durch die syrische Armee und ihre Verbündeten aufzuheben und in die eingekreisten Gebiete humanitäre Hilfe zu liefern. Als Beweis hätten die Terroristen Ausweise der getöteten russischen Soldaten vorgelegt.   

Die russischen Behörden haben diese Meldungen bisher nicht kommentiert.