Syrien: US-angeführte Anti-IS-Koalition tötet in Manbidsch erneut dutzende Zivilisten

Syrien: US-angeführte Anti-IS-Koalition tötet in Manbidsch erneut dutzende Zivilisten
Die syrische Regierung hat an die Vereinten Nationen appelliert. Die US-geführte Anti-IS-Koalition tötete bei Luftangriffen am Donnerstag außerhalb der Stadt Manbidsch in Nordsyrien 45 Zivilisten. Mehr als 50 Menschen wurden verletzt. Washington müsse seine unilateralen Luftschläge in Syrien einstellen und diese in Zukunft mit Damaskus koordinieren, forderte die al-Assad-Regierung.

„In zwei Briefen an den UN-Sicherheitsrat und den UN-Generalsekretär rief das syrische Außenministerium dazu auf, Angriffe und Gräueltaten gegen Zivilisten einzustellen. Es forderte, dass die Täter vor Gericht gebracht werden“, schrieb die staatliche Nachrichtenagentur SANA.

Donnerstagnacht räumte das Zentralkommando der USA (CENTCOM) ein, dass bei Luftangriffen „womöglich Zivilisten verletzt wurden“. Das Militär lehnte es ab, Details über den Zwischenfall zu geben.

Laut dem US-Zentralkommando würden die Luftbombardierungen dazu beitragen, IS-Kämpfer aus der strategisch wichtigen Stadt Manbidsch zurückzudrängen. Manbidsch sei deshalb so wichtig, da sie die IS-Hauptstadt Rakka geografisch vor näher rückenden feindlichen Truppen abschirmt.

Die Aussagen des CENTOM kommentierend sagte der stellvertretende Pressechef im Weißen Haus, Eric Schultz, am Freitag, „man werde sehen, ob zusätzliche Maßnahmen notwendig sind“. Er fügte hinzu, dass „die Obama-Administration alle Maßnahmen während des Targeting-Prozesses ergreife, um zivile Opfer zu vermeiden oder zu minimieren“. In der Vergangenheit verliefen sich US-Beteuerungen, wenn es zur Aufklärung von Kriegsverbrechen kommt, nicht selten im Sand.

Die regierungsnahe Agentur SANA informierte, das „Massaker“ soll sich im Dorf el-Ghandoura nordöstlich von Aleppo-Stadt ereignet haben. Damaskus behauptete im Schreiben an die UN, die US-geführte Anti-IS-Koalition versuche mit „Massakern“, die jüngsten Gewinne der syrischen Armee in Aleppo in Bedrängnis zu bringen.

Der jüngste Zwischenfall stellt sich in eine Reihe von Luftbombardierungen, die das Leben von zahlreichen Zivilsten in Syrien kostete. Der Angriff erfolgte zwei Tage nachdem Washington öffentlichen Forderungen nachging, Ermittlungen anzustoßen, die ein Massaker von 73 Zivilisten in der gleichen Region aufklären sollen. Am 19. Juli bombardierte die US-geführte Anti-IS-Koalition eine Siedlung unweit von Manbidsch. Unklar ist, ob ein Kampfjet der USA die Angriffe ausführte.

Der Journalist Abayomi Azikiwe vom Panafrikanischen News Wire kommentierte gegenüber RT, dass der Hauptgrund für die Eskalation die mangelhafte Zusammenarbeit zwischen der US-Regierung und dem syrischen Präsidenten Baschar al-Assad sei. Die Militärpräsenz der USA sei maßgeblich für das Ausbleiben von Frieden im bürgerkriegsgeschüttelten Land.

„So lange die USA nicht mit der syrischen Regierung zusammenarbeiten, werden wir auch in Zukunft Angriffe auf Zivilisten sehen“, sagte Azikiwe. „Syrien lud die USA nie dazu ein, sein Territorium zu bombardieren“.

Während Washington gelobt, den Anschuldigungen nachzugehen, bemerkte der Journalist, das US-Militär habe kein Interesse daran, eigene Offiziere und Soldaten zu verfolgen, die Zivilisten töten.

„Diese Zwischenfälle passieren mittlerweile regelmäßig und es wurde bislang nichts dagegen unternommen. Mittlerweile wurden über 11 Millionen Syrer im Zuge dieses Krieges in den letzten fünf Jahren vertrieben oder getötet“, äußerte Azikiwe.

Solange die USA ihre gegenwärtige Strategie in Syrien verfolgen, sei die Lösung des Konflikts unwahrscheinlich. Der Journalist vom Panafrikanischen News Wire kritisierte, US-Offizielle hätten „kein Endspiel“ für Syrien ausgearbeitet. Die USA wüssten nicht, wie sie sich aus Syrien zurückziehen sollen.

Trends: # Krieg in Syrien