Syrien: Doppelter IS-Bombenanschlag in Kamischli fordert mindestens 50 Todesopfer und 140 Verletzte

Syrien: Doppelter IS-Bombenanschlag in Kamischli fordert mindestens 50 Todesopfer und 140 Verletzte
Bei zwei mutmaßlichen Bombenanschlägen der Terrormiliz „Islamischer Staat“ auf die nordsyrische Stadt Kamischli sind am Mittwochmittag nach ersten Berichten mindestens 50 Menschen getötet worden. Mindestens 140 weitere Menschen wurden in der mehrheitlich kurdisch besiedelten Stadt verletzt.

Das syrische Staatsfernsehen gab an, dass ein mit Sprengstoff beladender LKW am Westrand der Stadt zur Explosion gebracht wurde. Nur Minuten später sprengte sich ein Motorradfahrer in die Luft.

Inzwischen bekannte sich der selbsternannte „Islamische Staat“ zum Angriff. Der IS hatte bereits in der Vergangenheit zahlreiche Angriffe auf die von der kurdischen YPG gehaltene Stadt ausgeführt, die als syrische Schwesterorganisation der PKK gilt. Die in Großbritannien ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte (SOHR) gab bekannt, dass eine Explosion eine Station kurdischer Sicherheitskräfte sowie ein Regierungsgebäude zerstört hätten.

Laut Einschätzung von Reportern aus der türkischen Stadt Gaziantep könnte die Opferzahl im weiteren Verlaufe des Tages noch signifikant ansteigen. Al Jazeeras Muhammed Dschamdschum kommentierte:

„Das war ein sehr großer Angriff.“

Die von den USA und dem Westen unterstützten Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) kämpfen in Nordsyrien gegen den IS und konnten bis dato bereits weite Landstriche von der Terrormiliz zurückerobern. Derzeit belagern die kurdischen Truppen die Stadt Manbidsch nördlich von Aleppo.

Kämpfer der syrischen Regierungstruppen im Zentrum von Aleppo, Februar 2016.

Unterdessen halten intensive Kämpfe innerhalb der von der syrischen Armee belagerten Stadt Aleppo an. Das Rebellenbündnis „Fatah Halep“ versucht seit Wochen, die Belagerung aufzubrechen, aber ohne Erfolg. Die syrische Armee scheint den Ring um die Stadt stattdessen immer mehr zu konsolidieren. In den vergangenen Tagen starben mehr als 50 Menschen alleine infolge der kriegerischen Auseinandersetzungen.

Während der syrische Bürgerkrieg in das sechste Jahr geht, fordern internationale Akteure die Wiederaufnahme der ins Stocken geratenen Friedensverhandlungen im nächsten Monat.

Am Dienstag trafen sich in diesem Zusammenhang hinter verschlossenen Türen US-amerikanische und russische Regierungsbeamte mit dem UN-Sondergesandten für Syrien, Staffan de Mistura. Dabei diskutierten die Vertreter über Wege einer Erneuerung des Waffenstillstand in Syrien.

De Mistura gab an, dass die dritte Runde der syrischen Friedensverhandlungen im August beginnen könnte:

„Beim Treffen heute hat man sich darauf geeinigt, dass die UN als Vermittler Vorschläge zur Beilegung von schwierigen Fragen in Hinblick auf die Gespräche machen soll.“

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