Russland soll türkischen Geheimdienst vor Putschversuch gewarnt haben

Russland soll türkischen Geheimdienst vor Putschversuch gewarnt haben
Aufklärungsdienste der Streitkräfte der Russischen Föderation sollen die türkische Regierung offenbar im Vorfeld gewarnt, haben, dass Kreise im Militär einen Putsch planen. Dies berichten zahlreiche iranische und arabische Medien mit Verweis auf diplomatische Quellen.

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Vergangene Woche habe die russische Armee demnach türkische Militärkommunikation abgefangen, die auf einen sich in Vorbereitung befindlichen Putsch gegen den Präsidenten hinwiesen, berichtet die iranische Nachrichtenagentur Fars News. Diese Informationen sollen an die Nationale Geheimdienstorganisation der Türkei (MIT) weitergeleitet worden sein. Die iranische Nachrichtenagentur, die den Revolutionsgarden nahesteht, beruft sich auf diplomatische Quellen.

Die abgefangene Übertragung soll auch jene Hubschrauber-Kommunikation beinhaltet haben, die Soldaten dazu beordert haben soll, den türkischen Präsidenten in der Ferienstadt Marmaris zu töten.

Während die politische Situation zwischen Ankara und Moskau lange Zeit seit November 2015 angespannt war, nachdem die türkische Luftwaffe einen russischen Bomber Su-24 im türkisch-syrischen Grenzgebiet abgeschossen hatte, verbesserte sich das Verhältnis im vergangenen Monat. Erdoğan brachte in einem Schreiben an den russischen Präsidenten sein Bedauern für den Vorfall zum Ausdruck und entschuldigte sich. Aktuelle Ermittlungsergebnisse deuten Medienberichten zufolge darauf hin, dass die Piloten der Maschine, die das russische Kampfflugzeug abgeschossen hatten, später auch am Putschversuch beteiligt waren.

Türkische F-16 während eines Militärmanövers in der Nähe der anatolischen Stadt Konya.

„Die diplomatischen Quellen sagten, die Verschiebung der Außenpolitik Erdoğans ist die Hauptursache für den Putschversuch durch Teile der Armee gewesen, welche mehrere Staaten dazu veranlasste, diesen zu unterstützen“, berichtete Fars News.

Sowohl die russische wie die türkische Regierung bezogen zu diesen Meldungen bislang nicht offiziell Stellung. Eine Erklärung des Militärs vom Dienstag weist allerdings darauf hin, dass der MIT eine Warnung erhalten haben solle. Genaueres zu dieser Aussage ist bislang nicht bekannt.

Bei dem vereitelten Putschversuch am vergangenen Freitag starben rund 300 Menschen, weitere 1.000 wurden verletzt. Der Drahtzieher hinter dem Putschversuch soll der in den USA lebende türkische Geistliche Fethullah Gülen sein. Ankara forderte bereits die Auslieferung des Predigers, den Kritiker unter anderem der Kollaboration mit dem US-Geheimdienst CIA beschuldigen. Die USA haben eine Prüfung zugesagt.

Ein Auslieferungsersuchen könnte sich allerdings über mehrere Jahre erstrecken und die Anwälte des greisen Predigers werden voraussichtlich vor allem unter Hinweis auf den Gesundheitszustand ihres Mandanten versuchen, eine unfreiwillige Rückkehr in die Türkei zu verhindern.

Gülen wird vorgeworfen, ein Netzwerk gebildet zu haben, das über Jahre hinweg systematisch daran gearbeitet habe, staatliche Institutionen mit eigenen Angehörigen zu besetzen. Die Gülen-Gemeinde stellt sich selbst als rein humanitär tätige Gemeinschaft auf der Basis traditioneller türkischer Sufi-Orden dar. Tatsächlich pflegen ihre Angehörigen nur wenig Kontakt zu offiziellen islamischen Verbänden und rekrutieren ihren Nachwuchs aus reichen türkischen Familien im In- und Ausland.

Die Gemeinde soll mehr als 1.000 Privatschulen in 140 Ländern unterhalten. In der Russischen Föderation wurde deren Betrieb Anfang der 2000er Jahre nach Hinweisen des Geheimdienstes FSB untersagt, weil diesem zufolge die CIA das Netzwerk als Operationsbasis in Zentralasien sehe und dessen Ausbau mitfinanziert habe.

Bereits am Tag nach dem Putschversuch setzte eine landesweite Verhaftungs- und Entlassungswelle in der Türkei ein. Bei ihr wurden rund 50.000 mutmaßliche Gülen-Anhänger und Putschsympathisanten gezielt oder prophylaktisch aus ihren Positionen entfernt. Darunter fallen Militärpersonal, aber auch Lehrer, Richter und andere Beamte.

Zuvor hatte der türkische Präsident am Mittwoch einen dreimonatigen Ausnahmezustand im Land aus. Ziel sei es, „die Gefahr so schnell es geht zu bekämpfen“. Kritiker befürchten hingegen einen weiteren Schachzug Erdoğans, um einen autoritären Staat zu schaffen – den es allerdings im Falle eines gelungenen Putsches ohnedies gegeben hätte.

Es mehren sich aber auch Stimmen, die darauf hinweisen, dass der unabhängige politische Kurs der Türkei durch die AKP-Regierung ähnlich wie der Russlands ein Ärgernis für das Polit-Establishment im Westen sei. Der türkische Präsident wies in einer Rede darauf hin, dass eine Involvierung westlicher Staaten in den Putsch nicht undenkbar sei:

„Die Gülenisten haben Zugang zu besten Geheimdienstkreisen. Die Zeit wird kommen, in der all diese Verbindungen enthüllt werden.“

Trends: # Putschversuch in der Türkei