12-jähriger Palästinenser bei Zusammenstößen mit israelischen Truppen nahe Jerusalem getötet

12-jähriger Palästinenser bei Zusammenstößen mit israelischen Truppen nahe Jerusalem getötet
Israelische Besatzungstruppen haben am Dienstag einen 12-jährigen Jungen in der Nähe von Jerusalem durch auf Herzhöhe abgefeuerte Gummigeschosse getötet. Damit steigt die Zahl der von israelischen Streitkräften in den letzten zehn Monaten getöteten Palästinenser auf über 200.

Das palästinensische Gesundheitsministerium berichtete in einer Erklärung:

„Mohiyeh al-Tabakhi, zwölf Jahre alt, wurde durch Schüsse von Besatzungssoldaten in der Stadt Al-Ram, in der Nähe von Jerusalem, getötet.“

Symbolbild - IDF-Soldaten im besetzten Hebron, Westbank.

Die Soldaten wurden in das Gebiet entsandt, um die Demonstration mit Hilfe von Tränengasgranaten und Schallbomben aufzulösen. Die israelischen Streitkräfte bestritten, während der Konfrontation scharf auf die Demonstranten geschossen zu haben.

„Nachdem sie mit Molotow-Cocktails beworfen wurden, setzte die Polizei Tränengas und Schockgranaten gegen die Demonstranten ein, um sie zu zerstreuen. Es wurde nicht scharf geschossen“, gab Polizeisprecherin Luba Samri gegenüber AFP an.

Den Jungen traf ein Gummigeschoss an die Brust woraufhin er an Herzstillstand verstarb, teilten medizinische Quellen mit, die von der palästinensischen Nachrichtenagentur WAFA zitiert wurden.

Bereits am Montag fuhr ein israelischer Siedler im Westjordanland einen elfjährigen palästinensischen Jungen an, der dabei ernsthaft verletzt wurde, berichteten lokale Medien. Der Vorfall ereignete sich in der südlich von Hebron gelegenen Stadt Yatta.
Der Koordinator des Nationalen Komitees gegen israelische Siedlungen in Yatta, Rateb El-Jabour, teilte in einem Interview mit der arabischsprachigen Tageszeitung Quds Press mit:

„Der Junge hatte die Straße in der Nähe der Gegend von Arvaih überqueren wollen, als sich der Vorfall ereignet. Der Fahrer floh vom Tatort.“

Bewaffneter jüdischer Siedler im besetzten Westjordanland, Nablus-Region.

Zeugen berichteten, der Junge sei absichtlich überfahren worden.

Der Junge, als Hamza Mahmoud Mohammed Rabei identifiziert, wurde mit einem Knochenbruch im linken Oberschenkel und inneren Blutungen in das al-Khalil Krankenhaus transportiert. Ärzte beschrieben die Verletzungen des Jungen gegenüber der lokalen Presse als „moderat“.

Die Spannungen im Westjordanland nehmen zu, während Palästinenser und Israelis sich gegenseitig vorwerfen, die Gewalt zu verursachen.

Nach angeben des israelischen Außenministeriums wurden seit Mitte September 2015 bei Angriffen durch Palästinenser mindestens 40 Israelis getötet und mehr als 500 verletzt. Die Bilanz: 156 Messerangriffe, darunter 76 Angriffsversuche, 98 Schüsse, 46 sogenannte Rammangriffe mit Fahrzeugen und einen Bombenanschlag auf einen Bus.

Im gleichen Zeitraum wurden über 200 Palästinenser getötet. Israel behauptet, dass die meisten der Getöteten Terroristen waren.