UPDATE: Zahl der Toten nach Anschlag auf Atatürk-Flughafen in Istanbul steigt auf 41

UPDATE: Zahl der Toten nach Anschlag auf Atatürk-Flughafen in Istanbul steigt auf 41
Bei einem dreifachen Selbstmordanschlag am Dienstagabend im Istanbuler Atatürk-Flughafen sind 41 Menschen gestorben. Weitere 239 wurden verletzt, gaben türkische Behörden an, darunter zehn Ausländer. Hinter dem Anschlag soll Regierungsangaben zufolge die Terrormiliz „Islamischer Staat“ stehen.

Die Explosionen fanden laut Medienberichten vor dem internationalen Ankunftsterminal statt. Experten schließen daraus, dass die Terroristen gezielt so viele Ausländer wie nur möglich töten wollten. Der türkische Premierminister Binali Yıldırım bestätigte gegenüber Medien, dass die Zahl der Toten inzwischen auf 41 angestiegen ist.

Justizminister Bekir Bozdağ informierte, dass zudem 147 Menschen durch die Explosionen oder durch Schüsse verletzt wurden. Die Angreifer erreichten den Flughafen in der Istanbuler Metropole mit einem Taxi, erklärte Yildirim. Die ersten Ermittlungsergebnisse weisen darauf hin, dass die Terrormiliz „Islamischer Staat“ der Drahtzieher der Angriffe ist.

„Der tragische Zwischenfall beweist erneut, dass Terrorismus eine globale Bedrohung ist. Es erfordert eine globale Zusammenarbeit, um den Terrorismus zu besiegen. Alle Frühindikatoren deuten darauf hin, dass der IS hinter der Gräueltat steht. Aber die Untersuchung ist noch nicht abgeschlossen“, sagte Premierminister Yıldırım. 

Die Angriffe auf den Flughafen verübten drei bewaffnete Selbstmordattentäter, so Yıldırım. Videos und Augenzeugenberichte zeigen, dass die drei Angreifer zunächst mit Gewehren das Feuer eröffneten, bevor sie sich - vermutlich mit Handgranaten - in die Luft sprengten. Ein Attentäter schoss mit einer Kalaschnikow in der Abflughalle auf in der Nähe stehende Menschen, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters.

„Ich sah, wie ein Terrorist in den Flughafen trat. Er hatte eine AK-47 und schoss auf Zivilisten. Die türkische Polizei wollte ihn töten. Danach hörte ich eine Bombenexplosion“, sagte Ahmet Furkan Gurtuna, der als Verkehrspolizist am Flughafen arbeitet, gegenüber RT.

Zum Zeitpunkt des Angriffs war der Polizist mit der Passkontrolle beschäftigt.

Bulgarische Hersteller markieren ihre Waffen mit einem doppelten Kreis, in dem die Kennziffer 10 steht.

Bislang widersprechen sich Medienberichte über den genauen Ort der Explosionen. Der Fernsehsender NTV erwähnte, dass angeblich vier Männer gesehen wurden, die nach den Explosionen aus dem Terminal-Gebäude rannten. Andere Medien gehen davon aus, dass die Explosionen an zwei verschiedenen Orten des Flughafens stattgefunden hätten.

Bei den im Rahmen des Attentats eingesetzten Waffen handelt es sich nach Angaben von Waffenexperten, die RT konsultiert hat, jedoch nicht um Kalaschnikows russischer Produktion, sondern um rumänische PM63. Ein Waffentyp, der massenhaft im Zuge eines verdeckten CIA-Programms aufgekauft wurde, um so syrische Rebellen zu bewaffnen. US-amerikanische Firmen kauften die Waffen zwischen 2014 und 2015 in Rumänien und Bulgarien, Fluggesellschaften vom Golf transportieren sie in die Türkei und nach Jordanien. 

Der Flughafen nahm am Mittwochmorgen mit ersten Flügen seinen Betrieb wieder auf, nachdem alle Terminals Dienstagabend geschlossen wurden. Bislang bekannte sich noch niemand zu dem Anschlag. Beim letzten Anschlag in Istanbul vor drei Wochen starben elf Menschen. Zu diesem hatten sich Kurdistans Freiheitsfalken (TAK) bekannt, eine Splittergruppe der kurdischen PKK.

Zuvor hatte der IS Anfang des Jahres zwei Selbstmordanschläge in Istanbul ausgeführt. Handschrift und Opferauswahl deuten auch beim gestrigen Anschlag darauf hin, dass die Regierung mit ihrer IS-Spur richtig liegen könnte. Im Atatürk-Flughafen von Istanbul werden jährlich mehr als 60 Millionen Passagiere abgewickelt. Damit ist er der drittgrößte Flughafen Europas.