Britischer Ex-Botschafter zu RT: "Verlust aller Moral, USA sind in Syrien mit al-Kaida verbündet"

Britischer Ex-Botschafter zu RT: "Verlust aller Moral, USA sind in Syrien mit al-Kaida verbündet"
Mit einem flammenden Appell an die politische Vernunft der US-Führung hat sich der frühere britische Botschafter in Syrien, Peter Ford, auf RT zu Wort gemeldet. Ford kritisiert, Washington würde sich de facto mit der Terrororganisation Al-Qaida verbünden, nur um der eigenen Obsession nachgehen zu können, die sogenannte „moderate Opposition“ bei ihrem Versuch zu unterstützen, die syrische Regierung zu stürzen. Das Vorgehen Russlands in Syrien beschrieb er als "sehr vernünftig".

Wie der russische Außenminister Sergej Lawrow jüngst berichtete, hätten die USA eine Anfrage an Moskau gerichtet, keine Stellungen von Al-Nusra zu bombardieren, da Angriffe in der entsprechenden Region auch so genannte „moderate Rebellen“ treffen könnten.

Ford bezeichnete diesen Schritt als „in keiner Weise vernünftig“, vielmehr sogar „grotesk“. Die USA, so der frühere Botschafter, zeigten eine „Obsession dahingehend, Assad und die säkulare Regierung in Syrien“ loszuwerden, die am Ende zu einer „Allianz mit ihren Erzfeinden“ sowie dem „Verlust aller Moral und praktischer Kompetenz“ führten.

Der langjährige Diplomat gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass die USA nicht ihre Fehler im Irak und in Libyen wiederholen würden und „bald wieder zur Vernunft zurückkehren“. Die Russische Föderation sei diesbezüglich ein gutes Vorbild. Deren Forderung an die so genannte „moderate Opposition“, sich von Al-Nusra zu lösen und deren effektive Bekämpfung zu ermöglichen, sei „sehr vernünftig“.

Ford machte deutlich, dass es „faktisch keinen Unterschied“ gäbe zwischen Al-Nusra und Gruppen wie Jaish al-Islam, Ahrar al-Sham und Jaish al-Fatah. Ideologisch seien sie „ununterscheidbar“, auch was ihre konfessionalistische Ausrichtung anbelange und ihre methodischen Praktiken, die auch „Massaker und Grausamkeiten“ umfassen würden.

Der einzige Unterschied zwischen Al-Nusra und jenen Gruppen, die im Westen als „moderate Opposition“ bezeichnet würden, sei der Bereich der Taktik. „Die so genannten moderaten Gruppen geben Lippenbekenntnisse dahingehend ab, dass Syrien nach dem Abschluss von Verhandlungen nur dann als säkulares System weiterbestehen könne, wenn Assad weg ist“, so Ford und betont:

„Sie bekennen sich vordergründig dazu, aber nur diejenigen glauben ihnen, die keine Ahnung haben. Die USA lassen diese Bekenntnisse aber schon als Prätext gelten, um nichts gegen diese Vereinigungen zu unternehmen.“

Der angesprochene „Übergang“, der im Zuge der Verhandlungen erreicht werden soll, sei nur eine Neuauflage der „Regime Change“-Politik, die bereits im Irak und in Libyen gescheitert wäre. In diesem Zusammenhang sei es besonders gefährlich, die angesprochenen dschihadistischen Gruppen für salonfähig zu erklären und sie in eine Reihe zu stellen mit einer Handvoll tatsächlich demokratischer, säkularer Oppositioneller, die auf dem Boden nur eine kleine Minderheit ausmachen würden.

Zuletzt hatten sich die USA, Frankreich, Großbritannien und die Ukraine geweigert, Gruppen wie Jaish al-Islam oder Ahrar al-Sham als Terrororganisationen einstufen und auf eine Schwarze Liste des UN-Sicherheitsrates setzen zu lassen.

Am 5. Juni hat das syrische Außenministerium ein Schreiben an die UNO geschickt, in dem diese darauf hingewiesen wurde, dass einige so genannte „moderate“ Oppositionsgruppen gemeinsam mit der Al-Nusra-Front Wohnviertel in Aleppo mit Granaten beschossen hätten. Außerdem wurden darin Vorwürfe an einige Regionalmächte, darunter die Türkei, Saudi-Arabien und Katar, erhoben, diese würden „Terroristen unterstützen“ und versuchen, die Friedensverhandlungen in Genf zu torpedieren.

Dem russischen Verteidigungsministerium zufolge seien im Laufe der letzten 24 Stunden mehr als 270 Zivilisten getötet worden, als terroristische Gruppen syrische Städte beschossen hätten. Al-Nusra und Ahrar al-Sham hätten zudem gemeinsam die kurdisch kontrollierte Siedlung Sheikh Maqsood im Norden Aleppos angegriffen, wobei 40 Menschen ums Leben gekommen seien.