Istanbul: Mindestens 11 Tote bei Terroranschlag während Rush-Hour - Live Updates

Istanbul: Mindestens 11 Tote bei Terroranschlag während Rush-Hour - Live Updates
Ein mutmaßlicher Bombenanschlag hat am frühen Dienstagmorgen das historische Istanbuler Viertel Beyazit erschüttert. Der Angriff richtete sich gegen ein Polizeiauto unweit einer Bushaltestelle, die zur Istanbul-Universität führt. Laut bisher unbestätigten Medienberichten sind mindestens 11 Menschen gestorben, weitere 36 wurden verletzt.

Die Explosion war so stark, dass Läden und Fahrzeuge in der Umgebung ebenfalls zerstört wurden, berichtete ein Reporter der semi-staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu von vor Ort.

Nach der Explosion sollen Schüsse vernommen worden sein, die mutmaßlich einer Schießerei mit Sicherheitskräften zuzurechnen waren. Das konnte noch nicht offiziell bestätigt werden. Die Polizei riegelte in der Zwischenzeit den Touristen-Hotspot weitläufig ab. Verletzte wurden in Krankenhäuser gebracht.

Bislang bekannte sich noch keiner zu dem Anschlag, der sich während der Morgenstunden ereignete, wenn sich die Straßen der Millionenmetropole mit Autos und Fußgängern auf dem Weg zur Arbeit füllen.

Laut der türkischen Tageszeitung Sabah ereignete sich der Angriff um 8:30 Uhr lokaler Zeit. Mindestens zwei Menschen starben bei der Explosion. Des Weiteren sollen bis zu 14 Menschen, darunter acht Polizisten, verletzt worden sein.

In den letzten Monaten wurde die Türkei immer wieder von Anschlägen heimgesucht. Diese sollen entweder die Terrormiliz „Islamischer Staat“, die kurdische PKK oder linksmarxistische DHKP-C verübt haben.

Bei einem Selbstmordanschlag im Oktober 2015 starben mehr als 100 Menschen. Vor dem Hauptbahnhof der türkischen Hauptstadt Ankara hatten sich zuvor tausende Menschen zu einer Kundgebung versammelt. Es war das bislang schlimmste Attentat in der Geschichte der Türkei. Ermittlungen der Polizei kamen zu dem Schluss, dass es sich um eine türkisch-kurdische IS-Zelle handle, die hinter dem Anschlag stecke, die von der Extremistenmiliz in Syrien ausgebildet worden wären. Die Täter hätten sich zuvor über Monate in der südosttürkischen Provinz Adiyaman, der Heimatregion einiger Drahtzieher, auf den Anschlag vorbereitet.

Am 12. Januar griff der IS eine Touristengruppe in Istanbuls Sultanahmet-Bezirk an. Laut einer amtlichen Mitteilung der Lokalverwaltung starben zehn Menschen, weitere 15 wurden verletzt.

Am 17. Februar detonierte eine Autobombe im Viertel des türkischen Generalstabs, als Militärbusse vorbeifuhren. Es starben mindestens 28 Zivilisten und Militärs. Darüber hinaus wurden 61 verletzte Menschen in Krankenhäuser gebracht. Laut offiziellen Mitteilungen soll der syrische Ableger der PKK, auch YPG genannt, für den Angriff verantwortlich gewesen sein.

Bei einem weiteren Anschlag in Ankara am 13. März starben abermals 37 Zivilisten. Fast 100 Menschen wurden verletzt. Zu dem Anschlag bekannten sich die Kurdistan Freiheitsfalken (TAK), eine Splittergruppe der PKK.

Zuletzt riss am 19. März ein Selbstmordattentäter des „Islamischen Staates“ auf der populären İstiklâl-Straße in Istanbul vier Menschen in den Tod. 36 Menschen wurden verletzt. Auf der Einkaufsstraße halten sich in der Regel Touristen auf.