Umstrittene Satelliten-Aufnahmen von Luftwaffenbasis T4: Moskau bestreitet Zerstörung von vier Mi-24

Umstrittene Satelliten-Aufnahmen von Luftwaffenbasis T4: Moskau bestreitet Zerstörung von vier Mi-24
Das russische Verteidigungsministerium hat den jüngsten Bericht des privaten US-Informationsdienstes Stratfor dementiert, wonach Kämpfer des „Islamischen Staates“ gezielt vier Kampfhubschrauber vom Typ Mi-24 der russischen Armee auf der Luftwaffenbasis T4 in Homs zerstört haben sollen. Stratfor untermauerte seine Angaben mit hochauflösenden Satellitenaufnahmen von der Luftwaffenbasis vor und nachdem angeblichen IS-Angriff.

„Alle russischen Kampfhubschrauber in Syrien führen ihre Routineaufgabe durch, Terroristen zu verfolgen. Es gab keinerlei Verluste unter dem Personal auf der dortigen russischen Luftwaffenbasis“

So der Pressesprecher des Moskauer Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, am Dienstag.

Der private Sicherheits-Thinktank Stratfor hatte zuvor berichtet, dass russische Helikopter und Versorgungs-LKWs bei einem Überraschungsangriff des „Islamischen Staates“ zerstört worden wären. Die Aussagen basieren auf einer vergleichenden Analyse von Satellitenbildern der T4-Luftwaffenbasis in der Provinz Homs. Die Bilder stammten vom 14. und 17. Mai. Die Verbrennungsspuren am Boden deuten demnach auf einen gezielten Beschuss der Basis hin.

Bildquelle: Stratfor
Bildquelle: Stratfor

Laut Stratfor nutzten russische Militärs den syrischen Luftwaffenstützpunkt zur Luftunterstützung der Regierungstruppen bei der Befreiung der antiken Stadt Palmyra.

Kämpfer der al-Nusra-Front in Syrien.

Am 14. Mai habe der IS bekanntgegeben, dass bei einem seiner Angriffe vier russische Kampfhubschrauber und 20 Versorgungs-LKWs zerstört worden wären. Andere Medien konnten das nicht bestätigen. Der Redakteur der International Business Times, Callum Paton, merkte bezüglich der Darstellungen des verantwortlichen Stratfor-Analysten Sim Tak kritisch an, dass sich der IS trotz der Tragweite des Angriffs sich gegen sonstige Gepflogenheitennicht nicht zur Zerstörung der Hubschrauber bekannt habe.

Der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Generalmajor Igor Konaschenkow, bemängelte, dass „die Gerüchte über die Zerstörung russischer Kampfhubschrauber von IS-Agitatoren gestreut werden, der bereits erfolglos vor zehn Tagen diese Meldung verbreitet hatte“.

In Bezug auf die Bilder aus der syrischen Luftwaffenbasis informierte das Verteidigungsministerium in Moskau:

„Verbrannte Flugzeuge und Automobiltechnik sowie zahlreiche Krater von Raketenexplosionen sind seit mehr als einem Monat dort zu sehen. Sie sind das Ergebnis heftiger Kämpfe zwischen syrischen Regierungstruppen und Terroristen.“

Bildquelle: Stratfor
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Unterdessen berichtete die russische Nachrichtenagentur RIA Novosti unter Berufung auf eine Quelle aus der T4-Militärbasis, dass die Kampfhubschrauber nach einem Feuer auf dem Flugfeld beschädigt worden wären.

„Die Ursache des Feuers ist nicht bekannt. Es begann mit einem plötzlichen Mörserangriff von Terroristen. Die Feuerlöschwagen waren nicht in der Lage, auf das Epizentrum vorzurücken“, fügte die namentlich nicht genannte Quelle an. Sie bemerkte, dass niemand verletzt wurde.

Die International Business Times argumentiert, dass - wenn überhaupt - ein Grad-Raketenangriff aus zu diesen Zerstörungen geführt haben könnte. Von RT Deutsch konsultierte Militärexperten zweifeln allerdings an, dass ein solcher Angriff über Grad-Systeme, die für ihre ungezielte Breitenwirkung bekannt sind, so präzise feindliche Positionen über mehrere Kilometer Entfernung ausschalten könnten. Zur zielgenauen Ausschaltung der Mi-24 Kampfhubschrauber bedürfe es einer militärischen Infrastruktur, über die der IS nach bisherigem Erkenntnisstand eigentlich nicht verfügen könne. 

Bildquelle: Stratfor
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Das russische Militär führt seit September 2015 eine Luftkampagne gegen Terroristen in Syrien durch. Am 14. März ordnete der russische Präsident Wladimir Putin den Teilabzug von Streitkräften an, betonend, dass die beauftragten Aufgaben vom Militär weitgehend erfüllt worden seien. Dennoch bleibt ein limitiertes Militärkontingent in Syrien, um die Regierungstruppen al-Assads weiterhin zu unterstützen.