Pakistan kann Tod des Taliban-Führers noch nicht bestätigen und widerspricht US-Darstellung

Pakistan kann Tod des Taliban-Führers noch nicht bestätigen und widerspricht US-Darstellung
Pakistans Innenminister hat mitgeteilt, dass er den Tod des Taliban-Führers Mullah Aktar Mansour durch eine US-Drohne nicht bestätigten könne. Der geborgene Leichnam soll bis zu Unkenntlichkeit verkohlt gewesen sein. Innenminister Chaudhry Nisar Ali Khan gab an, ein DNA-Test werde die Identität des Mannes aufdecken, der bei einem Drohnenangriff getötet wurde.

Die USA gaben an, dass sie am vergangenen Samstag den Anführer der radikalislamischen Taliban, Mullah Mansour, getötet hätten. Nicht selten kam es bei bisher durchgeführten, ähnlichen Angriffen vor, dass sich unter den Getöteten keine Terroristen befanden. Zuvor erklärte der afghanische Staatssekretär Abdullah Abdullah, die Sicherheitskräfte des pakistanischen Nachbarlandes gingen davon aus, dass der Taliban-Führer bei einem Angriff auf seinen Konvoi in der Stadt Dalbandin, Pakistan, getötet worden wäre.

Der afghanische Geheimdienst bestätigte diese Aussage. Im Micro-Bloggingdienst Twitter schrieb das Nationale Direktorat für Sicherheit von Afghanistan:

„Der Taliban-Führer Aktar Mansour wurde gestern bei einem Luftschlag in Dalbandin, Provinz Belutschistan in Pakistan, getötet.“

Mansour hatte die Führung bei den Taliban im Juli 2015 übernommen. Er ersetzte den Gründer und spirituellen Führer der Gruppe, Mullah Muhammed Omar, der 2013 verstarb. Den Tod von Omar gab die paschtunisch geprägte Gruppe allerdings erst 2015 bekannt. Mansour soll den Taliban 1995 beigetreten sein. Vorherige Berichte gingen davon aus, dass er bei Kämpfen in Afghanistan starb.