Update: Über 120 Tote bei Bombenanschlägen in der Nähe des russischen Militärstützpunktes in Latakia

Update: Über 120 Tote bei Bombenanschlägen in der Nähe des russischen Militärstützpunktes in Latakia
Bis zum Morgen ereigneten sich sieben Explosionen in der Provinz Latakia. Dschihadisten starten nächtliche Angriffe an der Grenze zur Türkei. Die Terrorgruppen Ahrar ash-Sham al-Islamiyya und "Islamischer Staat" bekennen sich zu den Attacken. Bisher befürchten syrische Behörden bis zu 120 Tote.

Update 14:25: Nach letzten, bisher unbestätigten Meldungen beläuft sich die Zahl der Todesopfer bei den Anschlägen mittlerweile auf 120 Tote. Internationale Medien behandeln inzwischen einhellig die Terrororganisation "Islamischer Staat" als den Urheber der Anschläge. Inoffizielle Angaben gehen davon aus, dass bei den Anschlägen auf Busstationen und Krankenhäuser 73 Menschen in Jableh und weitere 48 Personen in Tartus ums Leben kamen. Die insgesamt sieben Anschläge begannen um 9:00 Ortszeit an einer Busstation in Tartus.

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Update 12:12: Syrische Sicherheitsbehörden befürchten bis zu 100 Tote durch die Bombenanschläge. Inzwischen haben sich verschiedene Gruppen dazu bekannt: Zunächst erklärte die dschihadistische Gruppe Ahrar ash-Sham al-Islamiyya, sie habe die Anschläge verübt. Später behaupteten Vertreter von Daesh, dem "Islamischen Staat", dass sie die Anschläge verübt hätten. In einer Erklärung der Gruppe heißt es im typisch sektiererischen Duktus: "Wir haben Versammlungen von Alawiten in Tartous und Jableh ins Visier genommen."

Das syrische Fernsehen meldet immer noch die Zahl von 65 Toten. Andere Medien sprechen von 53 Opfern allein in Jableh und weiteren 48 Toten in Tartus.

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In den syrischen Küstenstädten Jableh und Tartous haben sich in der Nacht mehrere Explosionen ereignet. Bisher liegen noch keine Opferzahlen vor, allerdings steht zu befürchten, dass auch Verluste unter der Bevölkerung zu befürchten sind. In der Gegend liegen zwei russische Militärbasen, unter anderem der Khmeimim-Luftwaffenstützpunkt. Aktuell ist die Rede von sieben verschiedenen Bombenanschlägen in der Region.

Nach Angaben der Fernsehstation Ikhbariya TV kam es in der Küstenstadt Jableh in der Nähe der dortigen Bahn-Station zu drei Explosionen. Der Sender spricht von Terroranschlägen und geht von einer bisher unbestimmten Zahl von Toten und Verletzten aus. Die russischen Nachrichtenagentur RIA Novosti berichtet von einer vierten Explosion an der Notfallstation eines örtlichen Krankenhauses.

Verschiedene Bilder, die von der Bevölkerung auf Social-Media-Kanälen veröffentlicht wurden, zeigen, wie über Jableh Rauchwolken aufsteigen, sowie mehrere Autowracks. Experten gehen davon aus, dass die Angriffe sich gegen die Präsenz des russischen Militärs in der Region richten.

Aus Tartus wurden bis zum Morgen drei Explosionen gemeldet. Den Hafen von Tartus benutzt die russische Marine seit Jahren als Ausgangspunkt für Lieferungen nach Syrien. Der Hafen wird auch genutzt, um militärisches Material nach Syrien zu liefern. Beim Flughafen Martyr Basil al-Assad International bei der Stadt Jableh  ist die russische Khmeimim-Airbase untergebracht. Sie wird allerdings so stark bewacht, dass sie ein schweres Ziel für direkte Angriffe bilden würde. Möglicherweise haben sich die Terroristen deshalb entschieden, Zivilisten in der Nähe in der Stadt anzugreifen.

Gleichzeitig melden Quellen aus dem Umfeld der ausländischen Söldner und Dschihadisten, dass verschiedene Terrorgruppen wie Jaysh Al-Turkmenen, der syrische Al-Qaida-Ableger Jabhat Al-Nusra und die Freie Syrische Armee in der Nacht gemeinsame Angriffe auf Dörfer an der türkischen Grenze begannen.

Ihr Ziel sind offenbar syrische Verteidigungsstellungen in der Nähe der türkischen Grenze. Laut einer lokalen Quelle griffen die Dschihadisten im Schutz der Nacht an. Allerdings gehen Berichte aus der Region davon aus, dass die reguläre syrische Armee diese abwehren konnte.