Weitere Enthüllungen: IS-Kämpfer bekommen ärztliche Hilfe in der Türkei

Weitere Enthüllungen: IS-Kämpfer bekommen ärztliche Hilfe in der Türkei
Der türkische Oppositionelle Eren Erden legt neue Beweise vor, dass die türkische Führung Mitglieder der Terrororganisation IS unterstützt. Demnach können sich die IS-Kämpfer nicht nur frei in der Türkei bewegen. Sie erhalten sogar medizinische Hilfe. Eren Erden legt Transkripte von Gesprächen zwischen Terroristen vor, in denen es um ärztliche Hilfe, Wohnungszuweisungen und die Bezahlung der Beteiligten geht.

Der türkische Parlamentarier der oppositionellen CHP legt weitere Dokumente vor, welche die Verbindungen zwischen der Terrormiliz Islamischer Staat und den türkischen Behörden belegen. Es betrifft auch den Kämpfer Ilhami Bali.

Unter den Dokumenten befinden sich Aufnahmen der Gespräche von Bali mit verschiedenen Personen. Einer der Gesprächspartner bestätigt, dass weitere „Erkrankte“ angekommen sind und ihnen medizinische Hilfe zukommt. In einem Fall ist die Rede von einer Beinamputation bei einem Kämpfer. In einem anderen Gespräch erinnert Bali in einem Streit mit seinem Gesprächspartner daran, dass „die Rede von 40.000 US-Dollar war“.

An mehreren Stellen geht es in den Aufnahmen um Geld. Die Gesprächspartner von Bali versuchen, den Kämpfer davon zu überzeugen, dass die von ihnen erbrachten medizinischen Leistungen mehr kosten, als zuvor ausgemacht. So betont eine Person in einem der Gespräche, dass er Bali eine „Ermäßigung von 48.000 auf 35.000 US-Dollar“ gewährt habe, und verlangt weitere  11.000 US-Dollar für die Versorgung der Kämpfer mit Lebensmitteln und Unterkünften.

Den von Eren Erdem vorgelegten Dokumenten zufolge war der Streit um das Geld ein langes. Die türkischen Gesprächspartner argumentieren etwa, dass die Terroristen viel mehr Geld ausgegeben haben, als vereinbart worden sei. Bali bestand in den Aufnahmen hingegen darauf, dass zuvor die Summe von 40.000 US-Dollar abgesprochen worden war.

Im Mai 2016 hatte RT erstmals von Dokumenten aus dem Besitz von Erden berichtet, denen zufolge mehr als 1.000 IS-Extremisten aus Syrien zu verschiedensten Zwecken in die Türkei eingereist waren. Dabei ging es unter anderem um Ausbildung und Krankenbehandlungen.

Laut diesen Unterlagen wussten die türkischen Behörden davon, dass der für die Terroraktionen gegen linke und pro-kurdische Aktivisten in Suruç und Ankara zuständige IS-Kämpfer sich im Land aufhielt. Den türkischen Behörden waren seine Plänen bekannt, sie nahmen ihn aber nicht in Gewahrsam.

Ein früheres Interview von Erdem mit RT hatte ernste Probleme für ihn zur Folge. Nach dem Interview mit RT ermittelt die Türkei gegen den Parlamentarier wegen Landesverrats. Daher lehnt Erdem inzwischen Fernsehaufnahmen ab. Trotzdem hat der Oppositionelle eine Möglichkeit gefunden, sich mit dem Sender in Kontakt zu bleiben und Informationen weiterzugeben.

Die türkische Regierung weist erneut alle Beschuldigungen von Erdem zurück. Es betrifft auch den Kämpfer Ilhami Bali.