„Sie schliefen im Untergrund“ – RT erkundet versteckte IS-Befestigungen in befreiter syrischer Stadt

„Sie schliefen im Untergrund“ – RT erkundet versteckte IS-Befestigungen in befreiter syrischer Stadt
Ein RT-Team entdeckte im befreiten syrischen Asch-Schaddadi ausgedehnte Tunnelnetzwerke und Bunkeranlagen. Sie wurden von IS-Terroristen ausgehoben und dienten ihnen als Waffen- und Munitionslager wie auch auch als Schlaf- und Luftschutzbunker. Exklusive Aufnahmen zeigen die Befestigungen und machen deutlich, wie der IS das Gebiet kontrollieren konnte.

Die Stadt Asch-Schaddadi im Nordosten Syriens war über zwei Jahre lang eine IS-Hochburg, bis sie im Februar von den Freien Demokratischen Kräften Syriens (SDF), einer Koalition arabischer und kurdischer Milizen, befreit wurde. Die heftigen Kämpfe um die Stadt dauerten zehn Tage und führten mit Luftunterstützung der Anti-Terror-Koalition zum Erfolg gegen den IS.

Als das RT-Team die Reste der vom Krieg zerstörten Stadt erreichte, entdeckten sie ein beeindruckendes Netzwerk von Tunneln und unterirdischen Bunkern, die von den radikal-islamistischen Kämpfern angelegt wurden. Die Militanten nutzten die Anlagen auch, um Sprengsätze unter feindlichen Stellungen zu platzieren, und um durch unterirdisch verlaufende Rohrleitungen illegal Erdöl zu exportieren.

Es wurde auch ein umfassendes Netz von Gräben ausgehoben, die dafür konzipiert sind, bei Manövern außerhalb der Stadt unentdeckt zu bleiben. Jedes Haus, das RT besichtigte, war mit einer unterirdischen Anlage vesehen.

Außerdem gibt es Unterschiede in der Qualität der Bunker. Hier spielte die Hierarchie der IS-Kämpfer eine entscheidende Rolle. Während ausländischen Rekruten, vor allem Neulingen, weniger sichere Schutzräume zur Verfügung standen, genoss die Elite den Schutz verstärkter Betonbunker.

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Ein solcher Bunker wurde in der Nähe des Hauses eines IS-Kommandanten angelegt. Er diente als Versteck vor Luftangriffen, berichtete ein SDF-Guide. Der Blick in das Haus eines "IS-Emirs" beweist, die einstige Anwesenheit der Dschihadisten: Es wurden Militäruniformen, Sprengkörper und Teile der Ausrüstung in den Räumen gefunden. Auch ein Tunnel, der nach der Rückeroberung Asch-Schddadis durch SDF-Kräfte mit Kies gerfüllt wurde.

„Die Länge des Tunnels beträgt etwa 200 bis 300 Meter. Es ist zum Schutz gegen Luftangriffe angelegt worden“, berichtete ein SDF-Soldat. Unterirdische Schutzstrukturen, die von ausländischen IS-Kämpfern verwendet wurden, sind „eng“ und boten kaum Schutz gegen Luftangriffe, da die Kämpfer nur durch Kies geschützt wurden.

In einem weiteren Haus, das vom IS genutzt wurde, erfuhr RT, dass die IS-Kämpfer ihre Häuser verlassen und Zuflucht in der Sicherheit der Tunnel suchten, als SDF-Kräfte, in die Stadt gelangten.

„Das ist eine der IS-Befestigungen“, sagte der SDF-Guide als er uns die Anlage zeigte. „Das ist einer der Räume, in dem sie sich versteckten. Sie schliefen nicht in den Häusern, sondern hier.“

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Im Inneren des Hauses entdeckte RT auch hunderte von IS-Dokumenten, einschließlich Fotos mit Bezug auf die irakische Armee, sowie Fotos von syrischen Regierungsmitgliedern. Es tauchten auch die Namen von Hunderten lokaler und ausländischer Kämpfer auf.

Nach der Einnahme von Asch-Schaddadi verbleibt die sogenannte IS-Hauptstadt Rakka, im Nordosten von Syrien, als einzige große Terroristenhochburg. Seit 2014 diente Asch-Schaddadi dem IS sowohl als Ort zur Vorbereitung von Angriffen gegen die Kurden in der Provinz Hasaka als auch als ein strategischer Knotenpunkt in der Mosul-Raqqa Route.