Medien-Berichte aus dem Irak: Terrormiliz IS begräbt Dutzende Deserteure bei lebendigem Leib

Medien-Berichte aus dem Irak: Terrormiliz IS begräbt Dutzende Deserteure bei lebendigem Leib
Der IS habe angeblich Dutzende seiner eigenen Kämpfer lebendig begraben, nachdem die Dschihadisten den Kampf verweigert hatten und vom Schlachtfeld geflohen waren. Der Druck auf den IS wurde intensiver, da irakische Regierungstruppen vorstoßen, um die nördliche Provinz Ninive zurückzuerobern, die seit 2014 von den Terroristen regiert wird.

Screenshot Vice News

Die genaue Anzahl der IS-Deserteure, die so hingerichtet wurden, bleibt unklar. Die Nachrichtenagentur AhlulBayt (ABNA) berichtete, dass 35 Kämpfer auf diese Weise getötet worden wären, während IrakiNews.com berichtete, dass der Daesh, wegen der Flucht vom Schlachtfeld, 45 seiner Mitglieder lebendig begraben hätte.

Die Hinrichtungen hätten am Rande von Qayyarah, etwa 60 Kilometer südlich von der vom IS kontrollierten Stadt Mosul, stattgefunden, berichtete die Agentur ABNA unter Berufung auf eine anonyme Quelle. Angeblich seien diejenigen, die lebendig begraben wurden, vor dem Gefecht mit irakischen Regierungstruppen im Dorf Bashir, südlich der ölreichen Stadt Kirkuk geflohen.

Zusätzlich zu IraqiNews.com bestätigte eine weitere Quelle die Tötung und gab folgendes an:

„ISIS hat seine Mitglieder, die von dem Gefecht bei al-Bashir geflohen sind, in einem Massengrab begraben.“

Laut arabischsprachigen Medien hätten die IS-Befehlshaber am Montag auch Dutzende ihrer Kämpfer im Dorf al-Hadar südlich von Mosul erschossen. Auch ihnen wäre vorgeworfen worden, von der Schlacht in der Provinz Anbar geflohen zu sein.

Der Ermordung von IS-Kämpfern durch die eigene Führung wegen der zunehmenden „Fahnenflucht“ wirkt wie ein Indikator für die sinkende Moral in ihren Reihen. Die Islamisten leiden derzeit nicht nur unter einem Mangel an Kämpfern und Arbeitskräften, auch ihre finanziellen Ressourcen gehen infolge der verstärkten Luft- und Bodenangriffe durch Anti-Terror-Kräfte im Irak und Syrien zuneige.

Die von der US-Koalition unterstützten irakischen und kurdischen Kräfte starteten im März eine Offensive in der Provinz Nineveh, deren Ziel war die Stadt Mosul wiedereinzunehmen, die seit 2014 von den Dschihadisten gehalten wird. Im Laufe der letzten Monate wurden durch die Luftangriffe der Koalition einige der Top-IS-Kommandeure im Irak getötet. Die irakischen Truppen und kurdische Milizen sind jetzt noch 50 Kilometer von Mosul entfernt.