Nach Symphoniekonzert: Russland stellt Hilfe für Wiederaufbau des Kulturerbes von Palmyra bereit

Einen ganz besonderen Tag erlebten gestern die Bewohner von Palmyra: Das Orchester des Sankt Petersburger Mariinski-Theaters unter der Leitung von Waleri Gergijew kam in die Stadt und gab ein Konzert
Einen ganz besonderen Tag erlebten gestern die Bewohner von Palmyra: Das Orchester des Sankt Petersburger Mariinski-Theaters unter der Leitung von Waleri Gergijew kam in die Stadt und gab ein Konzert
Nach dem eindrucksvollen Symphoniekonzert, welches das Orchester des Sankt Petersburger Mariinski-Theaters unter der Leitung von Waleri Gergijew gestern in der altertümlichen syrischen Stadt Palmyra gab, hat der russische Kultusminister Wladimir Medinski nun angekündigt, dass Russland eine Fachdelegation nach Palmyra senden wird, die das Projekt einer stufenweisen Wiederherstellung der historischen Altstadt vorbereiten soll.

Gestern gab es klassische Musik, bald soll der Wiederaufbau folgen: „Russland ist bereit, eine fachkundige Delegation, bestehend aus Archäologen, Wissenschaftlern, Museumsexperten und möglicherweise auch Restauratoren, nach Palmyra zu schicken, die vor Ort ein Projekt zum Wiederaufbau des Kulturerbes erarbeiten wird. Dabei geht es um einen Plan, was man in erster und in zweiter Linie tun muss, und was man dafür braucht“, erklärte Wladimir Medinski auf einem Briefing in Palmyra.

Der russische Kultusminister besichtigte zusammen mit UNESCO-Vertretern den historischen Teil der Oasenstadt und sah sich die von der Terrormiliz „Islamischer Staat“ geschändeten Denkmäler an. Dabei bemerkte er, dass der Wiederaufbau der antiken Stadt keine rein innersyrische Sache sein kann. Vielmehr müsse sich die ganze internationale Gemeinschaft dieser Aufgabe widmen. Medinski weiter:

„Es wäre falsch zu glauben, dass Syrien, das sich momentan in einer schwierigen Situation befindet, diesen riesengroßen Arbeitsumfang alleine bewältigen könnte. Diese Aufgabe ist von internationaler Tragweite. Daher haben wir die UNESCO-Botschafter gebeten, die Organisationsleitung und ihre Landesführung über das Ausmaß der Zerstörungen zu informieren.“

Dem Minister zufolge habe die internationale Gemeinschaft die Gefahr des IS und des internationalen Terrorismus zu lange auf die leichte Schulter genommen. Medinski schätzte die Rolle der russischen Armee bei der Befreiung von Palmyra hoch ein. Die Militärpioniere aus Russland hätten eine enorme Arbeit geleistet.

„Das ist einfach erstaunlich. Es kommt mir vor, als wäre es schon immer das Los des russischen Soldaten gewesen, Kultur vor faschistischer Vernichtung zu retten. Jetzt ist unsere Hauptaufgabe, die Aufgabe der UNESCO und der ganzen internationalen Gemeinschaft, unsere Kräfte zum Wiederaufbau dieses einmaligen Denkmals von internationaler Bedeutung zu vereinen“, sagte der russische Kultusminister.

Mit Medinskis Besuch in Palmyra fiel ein kulturelles Ereignis der besonderen Art zusammen: Der Intendant und Generaldirektor des Mariinski-Theaters, Waleri Gergijew, gab am gestrigen Donnerstag zusammen mit seinem Orchester ein Konzert in der befreiten Oasenstadt. Das Symphoniekonzert war den Opfern des Krieges, darunter dem von Terroristen ermordeten Chefarchäologen von Palmyra, Khaled Asaad, und dem gefallenen russischen Offizier, Alexander Prochorenko, gewidmet. Dargeboten wurden unter anderem Stücke von Sergej Prokofjew, Rodion Schtschedrin und Johann Sebastian Bach.

 In den Ruinen von Palmyra präsentiert das Sankt Petersburger Mariinski-Theaters unter der Leitung von Waleri Gergijew heute ein Symphoniekonzert

In seiner Videobotschaft an die Zuhörerschaft sagte der russische Präsident Wladimir Putin, dass dieses Symphoniekonzert ein Zeichen der Hoffnung für den Wiederaufbau der altertümlichen Oasenstadt sei. Auch rief Putin die Weltgemeinschaft erneut zu gemeinsamen Anstrengungen im Kampf gegen Terrorismus auf:

„Für diesen Kampf ist nötig, dass ausnahmslos alle jeden Erfolg im Kampf gegen den Terrorismus als einen gemeinsamen Sieg und jedes Opfer immer und überall als einen persönlichen Verlust und eigenes Leid wahrnehmen. Nur eine solche Haltung gegenüber diesem absoluten Übel kann uns helfen, es endgültig zu besiegen.“

Am 27. März hatte die syrische Armee mit Unterstützung der russischen Luftwaffe Palmyra von den Terroristen des „Islamischen Staates“ befreit. Die Oasenstadt, eines der sechs Objekte des UNESCO-Weltkulturerbes in Syrien, hatte sich zuvor knapp ein Jahr unter der Kontrolle der Terrormiliz befunden.

Das komplette Konzert auf RT: