Irak: Britische und US-Truppen planen angeblich Großoffensive auf Mossul

Irak: Britische und US-Truppen planen angeblich Großoffensive auf Mossul
Militärische Spezialkräfte der USA und Großbritanniens sollen gemeinsam einen Großangriff auf die vom "Islamischen Staat" gehaltene irakische Metropole Mossul planen. Dies obwohl der britische Premier öffentlich einen Einsatz von SAS-Einheiten im Irak ausgeschlossen hat. Gleichzeitig mehren sich Informationen, dass auch der Iran plant, mit Hilfe von regionalen Verbünden eine Offensive zur Befreiung von Mossul durchzuführen.

Präsident Obama hatte am vergangenen Montag angekündigt, dass 250 weitere US-Spezialkräfte nach Syrien entsandt würden. Teile der britischen Presse spekulieren, dass die Neuankömmlinge sich den Truppen des Special Air Service (SAS), der britischen Armee, anschließen werden.

Das geschehe trotz Berichten vom 30. März, dass der britische Premier David Cameron den Einsatz des SAS vom Kampf gegen den IS ausgeschlossen hat.

Ein angeblicher Insider sagte gegenüber der Tageszeitung Sun, dass Kommandeure mit der Entscheidung des Premierministers unzufrieden wären und dass „es unseren SAS-Spezialeinheiten in Kurdistan nicht erlaubt ist, die Grenze zu überqueren, aufgrund politischer Beschränkungen.“

Luftkrieg

Die Nachricht kommt nachdem Tornado-Bomber der Royal Air Force (RAF) Treffer auf einen wichtigen IS-Bunker in der Nähe des Euphrat im Westen des Iraks vermeldeten. Sie warfen eine erweiterte Version der sogenannten Paveway Bombe ab.

Es ist unklar, ob die Angriffe aus der Luft oder durch Personal am Boden koordiniert wurden. Dem Verteidigungsministerium zufolge waren die Angriffe vom 21. April jedoch die ersten, bei denen die bunkerbrechende, verbesserte Paveway III  zum Einsatz kam.

Flüchtlinge in Mossul in einer öffentlichen Gebäude, das als Unterkunft dient,  Makhmour, Mossul, Irak, 28. März 2016.

Ziel Mosul?

Forces TV berichtete am Montag, dass französische Spezialkräfte auch ein Teil der Operationen sein würden und dass die US-amerikanischen B-52-Bomber in Katar eingetroffen seien. Währenddessen wird von einem vom Westen geleiteten Massenangriff auf die vom IS gehaltene, irakische Schlüsselstadt Mossul spekuliert. Der Angriff soll zusammen mit 70.000 kurdischen und irakischen Soldaten erfolgen.

Es wurde auch eine hochrangige britische Regierungsquelle zitiert, die aussagte:

„Unsere Leute [britische Spezialkräfte] waren an  vorderster Front, bei der Beseitigung des IS im Nordirak und Syrien. Sie treffen auch schon Vorbereitungen für den Kampf um die Wiedereinnahme Mossuls.“

Wenn die Gerüchte wahr sind, dann sind die USA und Großbritannien mit ihren Plänen für die Stadt nicht allein. Mossul ist nicht nur die zweitgrößte Stadt im Irak, sondern beherbergt auch zahlreiche wichtige religiöse Stätten der Schiiten.

Am Montag behaupteten der französischsprachige Nachrichtensender i24 und die Jerusalem Post, der Iran plane die Stadt zurückzuerobern, sie sollen beabsichtigen, sich einer Allianz schiitischer Houthi-Kämpfer und der libanesischen Hisbollah Miliz bedienen zu wollen.

Transparenz erforderlich

Die geheimnisvolle Natur britischer Aktivitäten in Syrien führte zu wiederholten Aufrufen zu mehr Transparenz, obwohl solche Aufforderungen entgegen der lange praktizierten Politik sind, die lautet: Operationen von Spezialkräften werden nicht kommentiert.

Crispin Blunt vom Ausschuss für auswärtige Angelegenheiten sagte Forces TV am Dienstag, die Regierung sollte „transparenter“ sein, wenn sie darauf hofften, „das  Parlament und die Öffentlichkeit für eine vernünftige Strategie zu gewinnen.“

Zuvor hatte er RT in einem Exklusiv-Interview berichtet, dass die Briten mit ihrer eigenen Öffentlichkeit so offen sein sollten wie die Franzosen, was den Einsatz von Spezialkräften angeht.

Er bezog sich auf die genauso geheimnisvollen Operationen in Libyen, die Großbritannien angeblich durchgeführt hat.