Türkische Regierung auf dem OIC-Gipfel: „Besetzte Territorien wie Palästina und Krim befreien“

Türkische Regierung auf dem OIC-Gipfel: „Besetzte Territorien wie Palästina und Krim befreien“
Die Türkei hat angekündigt die 'Islamische Welt' zu vereinen sowie diese im "Kampf gegen den Terrorismus" mit der Gründung einer in Istanbul ansässigen Polizei-Einsatzgruppe anzuführen. In diesem Kontext forderte Ankara zudem die „Befreiung“ okkupierter Länder, die muslimisch bevölkert sind, und verweist dabei insbesondere auf Palästina, die Krim und die Bergkarabach-Region.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan gab bekannt, die Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) habe den Vorschlag akzeptiert, ein multinationales Polizeizentrum mit Sitz in Istanbul zur Bekämpfung des internationalen Terrorismus zu gründen. Die neue Arbeitsstruktur wird unter dem Namen OIC-Zentrum für Polizeikooperation und –koordination firmieren.

„Es wäre hilfreich, Strukturen unter den Mitgliedsstaaten zu schaffen, die den Kampf gegen Terrorismus und Kriminalität stärken und institutionalisieren“, sagte der türkische Präsident während seiner Rede im Rahmen des zweitägigen OIC-Gipfels. Am Gipfel nahmen 30 Staatsführer aus mehrheitlich muslimisch geprägten Staaten teil. Der Event fand in Istanbul statt.

Die Absicht laut Erdoğan sei, die Terrormiliz „Islamischer Staat“ im Irak und Syrien, Boko Haram in Ostafrika sowie die al-Schabab in Somalia zu zerschlagen. Sie seien „alles Terrororganisationen, die Muslime unterdrücken und ihnen schaden.“

Vor dem Hintergrund, dass Ankara nach einer nicht definierten Form der Führerschaft bei der Vereinigung von 1,7 Milliarden Muslimen auf der Erde sucht, drängte Erdoğan die IOC-Delegierten dazu, interne Differenzen beizulegen. Von der regierungsnahen Zeitung Daily Sabah wird Erdoğan mit den Worten zitiert:

„Ich glaube, die größte Herausforderung, die wir vor uns haben, ist der Konfessionalismus. Meine Religion ist nicht die der Sunnis oder Schiiten. Meine Religion ist der Islam. Wir sollten uns vereinen. Durch die Konflikte und durch Tyrannei leiden nur die Muslime.“

„Wir brauchen eine gemeinsame Haltung zur Befreiung aller islamischer Länder, die unter Okkupation stehen, insbesondere Palästina“, ergänzte der türkische Premierminister, Ahmet Davutoğlu, laut der Tageszeitung Hürriyet. Ebenso zählt der Premier zu den okkupierten Ländereien neben Palästina die Krim und die Bergkarabach-Region im Südkaukasus.

„Der wichtigste Indikator hinsichtlich der Effektivität der OIC ist, ob es muslimische Minderheiten schützen und besetzte Ländereien wie Palästina, Karabach und die Krim befreien kann“, sagte Davutoglu abschließend.