Syrien: Al-Nusra zieht 10.000 Kämpfer um Aleppo zusammen - Versorgung erfolgt via Türkei

Syrien: Al-Nusra zieht 10.000 Kämpfer um Aleppo zusammen - Versorgung erfolgt via Türkei
Der syrische al-Qaida-Ableger Dschabhat al-Nusra soll nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums 10.000 Kämpfer rund um die syrische Stadt Aleppo zusammengezogen haben. Die Versorgung mit schweren Waffen und Kämpfern soll weiterhin über die Türkei laufen. Gleichzeitig dementiert Moskau Erklärungen der al-Assad-Regierung, die zuvor erklärt hatte, dass Russland sich aktiv an einer Offensive zur Rückeroberung Aleppos beteiligen werde.

„Ungeachtet der Fortschritte bei der Einhaltung des Waffenstillstands fährt die Türkei damit fort, Kämpfer und Waffen an die al-Nusra-Front zu liefern“, erklärte der russische Offizier Sergej Rudskoy vom Moskauer Generalstab in einem Presse-Briefing.

Die al-Nusra-Front gehört neben der Terrormiliz „Islamischer Staat“ zu jenen dschihadistischen Akteuren, die vom nun bereits sechs Wochen währenden, doch immer noch fragilen Waffenstillstand ausgeschlossen sind. Russland und die USA beobachten offiziell die Einhaltung der Waffenruhe.

„Al-Nusra-Kämpfer und Material werden durch Territorien gelassen, die von den USA als von der Opposition gehaltene Einflussbereiche beschrieben werden“, so Rudskoy und verweist auf eine Problematik, die Moskau seit Langem moniert.

In diesem Zusammenhang sagte betonte er auch, dass Moskau Washington darum gebeten hat, bei der Einschränkung der strategischen Beweglichkeit von al-Nusra Unterstützung zu leisten.

Rudskoy zufolge hat al-Nusra am südwestlichen Stadtrand von Aleppo mehr als 8.000 Kämpfer zusammengezogen, 1.500 weitere Kämpfer stehen im Norden der Stadt. In den vergangenen Tagen erreichten allein 300 neue Kämpfer samt einigen Panzern und 20 Pick-Ups mit aufmontierten Maschinengewehren die Region Aleppo. Im Süden Aleppos startete die al-Nusra-Front eine Großoffensive von Khan Tuman bis nach el-Eis. Turkmenische Rebellen der Sultan-Murad-Brigade und syrische Rebellen der Schamia-Front griffen den IS in Nordaleppo massiv an. In den vergangenen drei Wochen befreiten sie dutzende Dörfer entlang der türkischen Grenze aus dem Griff der Terrormiliz.

Aleppo ist seit 2012 teilweise unter Kontrolle von Rebellen. Rudskoy informierte:

„Es ist aus zuverlässiger Quelle bekannt, dass die Rebellen eine umfassende Offensive planen mit der Absicht, die Kommunikationswege zwischen Aleppo und Damaskus abzuschneiden. Wenn sie nicht gestoppt werden, könnten wir schon bald Zeugen einer Blockade in den nördlichen Teilen Syriens werden.“

Zugleich zerstreute der russische Offizier Gerüchte, wonach die syrische Regierung eine Offensive starten werde, um die Kontrolle über die gesamte Region Aleppo zurückzugewinnen. Diese wurden durch Aussagen des syrischen Premierministers Wael el-Halaki befeuert, der am Sonntag sagte, dass Damaskus „gemeinsam seinen russischen Partnern eine Operation zur Befreiung von Aleppo vorbereitet“.

„Es gibt keine Pläne, um Aleppo zu stürmen“, insistierte Rudskoy.

Entgegen öffentlicher Stellungnahmen von oppositionellen Kräften und westlichen Diplomaten, dass der Waffenstillstand am Rande des Zusammenbruchs stünde, betonte der russische General Rudskoy, der Frieden kehre zurück nach Syrien.

 

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