IS greift syrischen Luftwaffenstützpunkt in Deir Ez-zor mit chemischen Waffen an

Symbolbild - Einsatz einer Chlorinbombe durch den IS in al-Alam, Irak.
Symbolbild - Einsatz einer Chlorinbombe durch den IS in al-Alam, Irak.
Kämpfer des IS haben offenbar bei einem Angriff auf den Luftwaffenstützpunkt bei Deir Ez-zor, der größten Stadt im Osten des Landes, Giftgas eingesetzt. Dies berichten syrische Militärquellen. Bereits zuvor hatte es Hinweise auf den Einsatz von chemischen Waffen durch den IS in Syrien und Irak gegeben.

„Die Kämpfer des Daesh haben den Fliegerhorst in Deir Ez-zor mit Granaten angegriffen, die eine giftige chemische Substanz enthielten. Die Verteidiger des Stützpunktes berichteten, dass eine Reihe von Soldaten Atemnot hatten“, gab die Quelle aus dem syrischen Verteidigungsministerium an.

Dieser Bericht untermauert vorausgegangene Hinweise, die den IS mit dem Einsatz verschiedener Arten von Giftgas in Verbindung bringen.

Kurdische Vertreter aus dem türkischen Parlament haben die Türkei bereits im Vorfeld beschuldigt, den IS und andere Dschihadistengruppen in Syrien mit chemischen Waffen versorgt zu haben, um die Regierung zu bekämpfen.

In einem RT Interview sagte ein Pressesprecher der kurdischen YPG-Miliz, dass die Türkei eine klare Transitroute für die chemischen Waffen gebildet hatte, die Anfang März nahe Aleppo gegen sie eingesetzt wurden.

Antiregierungskämpfer „haben den Waffenstillstand ausgenutzt“, um ein von Kurden kontrolliertes Gebiet nahe Aleppo, im Norden Syriens, anzugreifen, sagte Redur Xelil und betonte:

„Unsere Quellen aus den Rebellengruppen haben den Einsatz toxischer Substanzen bestätigt.“

Anfang März zitierte Reuters einen Irakischen Gouverneur, Najmuddin Kareem. Dieser sagte, dass IS-Kämpfer während des Beschusses des nordirakischen Dorfes Taza „giftige Substanzen“ eingesetzt hätten.

Mehr als 40 Menschen litten an Atemwegs- und Hautreizungen, nachdem mit „giftigen Substanzen“ gefüllte Mörsergranaten und Katjuscha-Raketen in dem überwiegend schiitischen Turkmenendorf eingeschlagen sind.

Außerdem bestätigte die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) bereits im Februar, dass der IS im Jahr 2015 durchgehend chemische Waffen gegen kurdische Kräfte im Nordirak einsetzte.

Hinweise verdichten sich – Hat Saudi-Arabien dem IS Giftgas geliefert?

Die OPCW folgerte auch im Oktober, dass der IS im benachbarten Syrien Senfgas eingesetzt hatte. In der Zusammenfassung des Reports wurde festgestellt, dass in der Stadt Marea „mit äußerster Sicherheit mindestens zwei Menschen [am 21. August,] Senfgas ausgesetzt waren. […] Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Auswirkungen des Senfgases den Tod eines Babys zur Folge hatten.“

Zudem legte eine jüngere Publikation der Syrisch-Amerikanischen medizinischen Gesellschaft (SAMS) dar, dass seit dem Beginn des Syrien-Krieges 2011, bei 161 Angriffen, bei denen mitunter zum Ersticken führende und giftige Kampfmittel wie Sarin, Chlor- und Senfgas zum Einsatz kamen, mindestens 1491 Menschen getötet wurden.

Nach der Genfer Konvention von 1949 handelt es sich bei solchen Angriffen um ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Bisher sind sie jedoch ungeachtet der UN Resolution von 2013, die die Vernichtung von Giftgas-Vorräten vorsieht, fortgesetzt worden.

Die Syrische Regierung hat ihre eigenen Vorräte an chemischen Kampfstoffen unter internationaler Kontrolle aufgegeben, nachdem 2013 hunderte Zivilisten durch den Nervenkampfstoff Sarin in einem Vorort von Damaskus getötet wurden. Westliche Staaten haben mit dem Finger auf Präsident Baschar Al Assad gezeigt und ihn für die Gräueltat verantwortlich gemacht, obwohl seine Regierung diese Behauptung kategorisch zurückwies.

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