Großbritannien will wieder Weltmacht werden: Neue Militärbasen gegen China

Großbritannien will wieder Weltmacht werden: Neue Militärbasen gegen China
Die Armee Großbritanniens hat beschlossen, im Rahmen eines Budgetpostens von einer Milliarde Euro neue Militärbasen im ehemaligen Protektorat des Empires, Oman, zu errichten. Ziel ist die Festigung von Einfluss entlang des ägyptischen Suez-Kanals und darüber hinaus. Die neue Einflusspolitik ist Teil einer neuen Konfrontationspolitik gegen den wachsenden Einfluss Chinas in Afrika.

In einer Stellungnahme Ende letzter Woche gab der britische Verteidigungsminister, Michael Fallon, bekannt, dass London das Verteidigungsbudget des Landes auf 44,05 Milliarden Euro angehoben habe. Fallon begrüßte die Erhöhung, welche die erste seit sechs Jahren darstellt:

„Nichts ist wichtiger als die Verteidigung unseres Landes und der Schutz unserer Menschen. Mit wachsenden Gefahren für unsere Sicherheit haben wir beschlossen, die Verteidigungsausgaben zu erhöhen, um unseren Streitkräften all das zur Verfügung zu stellen, was sie für den Schutz Großbritanniens brauchen.“

Vor allem vom Nahen Osten ausgehende Gefahren und der gefühlte Aufstieg Chinas als militärische und wirtschaftliche Macht wurden genutzt, um die Budget-Erhöhung zu rechtfertigen.

Außerdem hofft Großbritannien darauf, permanente Militärbasen östlich des Suez-Kanals wiedereröffnen zu können, um seine Insel Diego Garcia im Indischen Ozean, die gegenwärtig von der US-Luftwaffe angemietet wird, und die Trainingsstätten im Sultanat von Brunei zu ergänzen.

London engagiert sich nicht zuletzt zu diesem Zweck in der Golfmonarchie Bahrain, die wegen ihrer Menschenrechtsverletzungen regelmäßig in die Kritik kommt. Bei seinem Besuch in Katar sagte Fallon, der versucht, Frankreich im Rahmen eines Kampfjet-Deals auszubooten, Großbritannien werde eine Militärbasis in Oman errichten. Dies berichtete die Tageszeitung Muscat Daily.

„Wir haben hier Landübungen durchgeführt, aber wir haben keine permanente Präsenz. Wir werden eine permanente Trainingsbasis errichten“, erklärte der Minister.

Oman ist ein ehemaliges britisches Protektorat und ein enger Alliierter Londons. In diesem Land herrscht eine absolute Monarchie, die regelmäßig Kriegsgut in Großbritannien einkauft. 2012 unterzeichnete das Land beispielsweise ein Abkommen über 12 Eurofighter-Kampfjets mit dem britischen Rüstungshersteller BAE Systems.

Auf Anfrage des Militärnachrichtenportals Defence News am Freitag bestätigte das Außenministerium in London, Großbritannien „suche nach Optionen“ für eine permanente Trainingsbasis und einen neuen Hafen für die Marine.

China, das in großem Ausmaß in Afrika in den Zugang zu Ressourcen investiert, ist offenbar der Hauptgrund für Londons neuerliche Ost-Orientierung.

So gab der ostafrikanische Staat Dschibuti im Januar bekannt, dass ein „Konsens“ mit der chinesischen Regierung gefunden worden wäre, um ein militärisches Logistikzentrum zu errichten, das Pekings UN-gestützten Kampf gegen die Piraterie unterstützen werde.

Britische Soldaten bei der Militärübung

Chinas Außenminister, Hong Fei, kommentierte, die Basis „werde Chinas Truppen zu einer besseren Erfüllung ihrer Mission verhelfen“.

Ein anderer Staat im Fadenkreuz der Briten ist Libanon, welchen Außenminister, Philip Hammond, am Freitag als Schlüsselstaat in der regionalen „Sicherheitsinfrastruktur“ Londons beschrieb. Er fügte hinzu, das Land sei Europas „erste Verteidigungslinie“ gegen die Terrormiliz „Islamischer Staat“.

„Wir betrachten das Überleben des libanesischen Staates als ein wichtiges Teil der Sicherheitsarchitektur, nicht nur für die Region, auch für die Sicherheitsarchitektur, die Europa abschirmt“, gab Hammond gegenüber The Times an.

Die libanesische Artillerie beschießt regelmäßig Stellungen von Dschihadisten-Gruppen entlang der syrisch-libanesischen Grenze. Dafür hat Großbritannien der libanesischen Armee umfangreiche Militärhilfen zur Verfügung gestellt. Außerdem trainieren britische Militärberater die libanesische Infanterie.