Ex-Agent: CIA hatte 2012 umfassenden Plan zum Sturz vom syrischen Präsidenten Assad entwickelt

Ex-Agent: CIA hatte 2012 umfassenden Plan zum Sturz vom syrischen Präsidenten Assad entwickelt
Der US-Auslandsgeheimdienst CIA hatte nicht nur die Idee unterstützt, syrische Rebellen zu bewaffnen und auszubilden, um den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad unter Druck zu setzen, sondern auch detaillierte Pläne zum Sturz des syrischen Machthabers ausgearbeitet. Dies offenbarte ein Ex-CIA-Agent im Interview mit US-Medien. Unterdessen hat das Pentagon ungeachtet des Fiaskos bei den „Regime Change“-Bemühungen bekannt gegeben, schon wieder "neue Rebellen" für Syrien auszubilden.

Während die USA Anfang April bekannt gaben, nun doch neue Rebellen für den Bürgerkrieg in Syrien ausbilden zu wollen, offenbarte der ehemalige CIA-Mitarbeiter, Doug Laux, im Exklusiv-Interview mit dem US-Sender NBC, dass der Geheimdienst einen vielschichtigen Plan entworfen hätte, um den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad 2012 zu stürzen. Doug Laux behauptete, an der Planung der „Operationen“ beteiligt gewesen zu sein.

Das Weiße Haus und Persönlichkeiten der CIA „hatten von Beginn an klargemacht, dass das Ziel unserer Einsatzgruppe die Findung von Möglichkeiten war, Präsident al-Assad aus dem Amt zu heben“, gab Laux an, der ein Jahr im Dienste der CIA im Bürgerkriegsland verbrachte.

Laux behauptete, dass seine Idee in Washington an Beliebtheit gewann und von anderen CIA-Mitarbeitern geteilt wurde. Vor allem der ehemalige CIA-Vorsitzende, David Petraeus, unterstützte den Plan und glaubt, darüber hätten der Aufstieg der Terrormiliz „Islamischer Staat“ und die Flüchtlingskrise verhindert werden können. Dies teilten ehemalige US-Offizielle gegenüber Medien mit.

Der Plan umfasste die „Stärkung von syrischen Rebellen“ und „die Unterdrucksetzung sowie Bezahlung von hochrangigen Mitgliedern des Assad-Regimes, damit diese ihn aus dem Amt drängen“, zitierte NBC namentlich nicht genannte, ehemalige US-Beamte. Sie fügten hinzu, Teile des US-Establishments hätten dies als eine Option betrachtet, um den syrischen Bürgerkrieg vielleicht doch noch zeitnah beenden zu können.

Robert Ford, der ehemalige US-Botschafter zu Syrien, und Leon Panetta, der ehemalige Verteidigungsminister der USA, hatten den jüngsten Bekenntnissen zufolge ein solch verschleiertes aggressives Vorgehen gegen al-Assad unterstützt. Zu diesem Zweck sollen die US-Beamten beinahe wöchentliche Sitzungen in Washington 2012 abgehalten haben.

Die demokratische Präsidentschaftskandidatin und ehemalige Außenministerin, Hillary Clinton, stellte sich während der Debatten im Weißen Haus ebenso auf die Seite von Petraeus. Das gab sie auch in ihren Memoiren „Hard Choices“ zu, welche 2015 veröffentlicht wurden.

Letztlich wurde ein Plan, der zahlreiche Vorschläge auch von Laux beinhaltete, vom US-Präsidenten Barack Obama abgelehnt.

„Wir haben 50 gute Optionen aufgelistet, um das möglich zu machen. Mein Operationsplan dokumentierte es Schwarz auf Weiß. Aber die politische Führung hat uns nie das 'Go' gegeben, nicht für auch nur eine einzige Option“, sagte Laux gegenüber NBC.

Später jedoch sollte Obama einen Plan zur Bewaffnung und Ausbildung von syrischen Rebellen autorisieren. Zudem weisen Berichte von Anfang April daraufhin, dass das Pentagon mit einem ganz neuen Programm für syrische Rebellen begonnen habe.

Am 1. April sagte der Pressesprecher der Anti-IS-Koalition, US-Oberst Steve Warren, dass „dutzende Menschen gegenwärtig trainiert werden“. Allein im vergangenen Jahr kostete das Ausbildungsprogramm für syrische Rebellen die USA eine halbe Milliarde US-Dollar.

Ein vorheriges bedeutendes Programm wurde jedoch wegen dürftiger Ergebnisse bereits wieder eingestellt. Für die Ausbildung von 150 Kämpfern hatte das Pentagon 380 Millionen US-Dollar ausgegeben. Die ersten in das Bürgerkriegsgebiet entsandten „Rebellen“ wurden jedoch entweder umgehend gefangen genommen oder liefen unter Mitnahme ihrer Waffen zu terroristischen Gruppen über, die vom Westen offiziell bekämpft werden.

Dennoch glauben einige hochrangige US-Politiker, dass Washingtons Herangehensweise in Syrien effektiver sein könnte. Der republikanische Senator John McCain kommentierte unter diesem Eindruck:

„Ich bin mir sicher, Syrien würde heute anders aussehen, wenn der US-Präsident nicht David Petraeus, den CIA-Chef, Hillary Clinton, die Außenministerin, und Leon Panetta, den Verteidigungsminister, überstimmt hätte.“

Rückblickend konstatierte Laux jedoch, dass er nicht glaube, dass sein oder irgendein anderer der vorgelegten Pläne den syrischen Bürgerkrieg beendet oder den Aufstieg des IS verhindert hätte.

Zugleich prangerte er die US-Politik in Syrien im Jahr 2012 als "nutzlos" an und fügte hinzu, dass die Herangehensweise die Glaubwürdigkeit der USA in der Region erschütterte.