Exklusiv: RT veröffentlicht Video-Geständnis von IS-Kämpfer zu Verbindungen zwischen IS und Türkei

Exklusiv: RT veröffentlicht Video-Geständnis von IS-Kämpfer zu Verbindungen zwischen IS und Türkei
Das Verteidigungsministerium Russlands und Vertreter kurdischer Selbstverteidigungs-Milizen haben bereits mehrmals auf Verbindungen zwischen dem Terrornetzwerk IS und Ankara hingewiesen. Nun liegen RT Dokumente vor, die diese Informationen bestätigen. Dazu gehört ein Videogeständnis eines gefangen IS-Kämpfers, das Angehörige der kurdischen Volksverteidigungseinheiten RT zugespielt haben.   

RT liegt ein Videointerview mit einem gefangengenommenen IS-Kämpfer vor, der davon berichtet, wie die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) nach der Befreiung einer Ortschaft die Kontakte zwischen türkischer Armee sowie Geheimdienst mit dem IS gekappt haben.  

Profesionelle Buchhaltung: Jedes verkaufte Barrel Öl wurde vom IS sorgsam protokolliert

Der gefangengenommene IS-Extremist nennt sich Ahmed [alias Abu Aiyub al-Ansari, wie sein IS-Deckname lautet – Anm.d.Red.]. Gegenüber der YPG erläuterte er die Zusammenarbeit zwischen IS und türkischen Sicherheitskräften.

„Der IS schickte mich nach Tel Abyad. Ab und zu fuhren wir sogar mit der Eisenbahn in die Türkei. Dies geschah mit Hilfe der türkischen Armee. Regelmäßig gab es Treffen unserer Anführer mit Armee und Geheimdienst. In Wirklichkeit weiß ich aber nicht, was sie da alles vereinbart haben. Es muss sich aber um Dinge zum gegenseitigen Vorteil gehandelt haben.“

Bevor die YPG-Kräfte Tel Abjad zurückerobert hätten, hätten IS-Kämpfer die Ausrüstung und Verpflegung aus der Türkei vor allem über Tel Abjad geliefert bekommen, so der IS-Kämpfer Ahmed, der zudem auf die direkte Vermittlerrolle türkischer Offiziere verweist:  

„Damals, das heißt bevor die kurdischen Milizen Tel Abjad und Sljuk unter ihre Kontrolle brachte, kamen die meisten ausländischen Kämpfer ausgerechnet über Sljuk und Tel Abjad. Von dort aus wurden Lebensmittel-Konserven und weitere türkische Waren geliefert. Das wurde in aller Offenheit getan. Niemand machte einen Hehl daraus. Natürlich lieferte man über Tel Abjad nicht alle für den IS bestimmten Produkte, aber einen sehr großen Teil. Darüber hinaus wurden von dort aus Instrumente und Werkbänke eingeschmuggelt. Die Terrororganisation beschaffte dies via türkischen Offizieren.“

Pässe von Kämpfern des

Auf diese Weise bestätigt der gefangengenommene Terrorist die Angaben des RT-Journalistenteams, die den illegalen Handel zwischen dem „Islamischen Staat“ und der Türkei bezeugen.

„Wir haben türkische LKWs gesehen. Wir wussten zwar vorher, dass Zivilisten Öl kauften, glaubten aber nicht, dass es um solch große Mengen ging. Ich glaube nicht, dass Zivilisten so viel Erdöl brauchen. Dafür wären die Mengen zu groß. Dann begriffen wir, dass die Türkei alles abkaufte. Dorthin kamen türkische LKWs und türkische Geheimdienstler. Damit beschäftigen sich vor allem die Türken. Dort trafen große Tankwagen mit einem Fassungsvermögen von 1.000 oder 2.000 Litern ein. Sie kamen über Tel Abjad“, erzählt Ahmed und erläuterte abschließend die Abhängigkeit des IS vom Ölhandel mit der Türkei:

"Wir wußten, dass wir finanziell abhängig sind vom Öl. Unser Sold variiert zwischen 50 und 150 US-Dollar, je nachdem, ob man verheiratet ist oder nicht. Ich bin verheiratet und habe ein Baby, also erhielt ich 135 Dollar. Als die Ölversorgungslinie via Tel Abyad unterbrochen wurde, begannen sich die Probleme zu häufen."