Baschar al-Assad: „Viele wünschen uns eine Niederlage im Kampf gegen den Terrorismus“

Baschar al-Assad: „Viele wünschen uns eine Niederlage im Kampf gegen den Terrorismus“
Die Türkei, Saudi-Arabien, Frankreich und Großbritannien wünschen der syrischen Armee eine Niederlage im Kampf gegen den Terrorismus, um die Verhandlungen in Genf beeinflussen zu können. Dies hat der syrische Staatschef Baschar al-Assad in einem Exklusiv-Interview mit der russischen Nachrichtenagentur „Sputnik“ erklärt. Dabei betonte er, dass nur der Beistand der Verbündeten Syriens, darunter Russland, den politischen Friedensprozess ermöglicht hat. 

Quelle: Screenshot ARD

„Es gibt Leute, die uns und Russland vorwerfen, dass die russische Einmischung, die die Terrorbekämpfung zum Ziel hatte, den Präsidenten oder die Regierung Syriens unterstützen sollte und somit ein Hindernis für eine politische Beilegung der Krise wäre. Das könnte wahr sein, wenn wir uns nicht von Anfang an flexibel zeigten, wenn wir tatsächlich darauf beharrten. Wenn Sie die Politik Syriens von vor fünf Jahren genau betrachten, dann sehen Sie, dass wir auf ausnahmslos alle Initiativen geantwortet haben, die von allen – auch nicht befreundeten – Seiten eingegangen sind“, erklärte al-Assad im Gespräch mit dem Generaldirektor der Nachrichtenagentur „Rossija segodnja“, Dmitri Kisseljow.

Das syrische Staatsoberhaupt betonte erneut, dass die russische Militärhilfe den politischen Friedensprozess aktivieren werde:

„Die militärische Unterstützung aus Russland, aber auch der Beistand von Freunden Syriens und die militärischen Erfolge der syrischen Armee – das alles wird den politischen Friedensprozess nur stärken. Wir haben unseren Standpunkt weder vor noch nach der russischen Hilfe geändert.“

Quelle: SANA

In diesem Zusammenhang wies der Präsident abschließend auf die in der Schweiz laufenden Verhandlungen hin:

„Wir sind nach Genf gefahren, um unsere Flexibilität zu bezeugen. Gleichzeitig beeinflussen unsere Siege jene Länder und Kräfte, die die Beilegung der Krise hindern. Denn all diese Länder – Saudi-Arabien, die Türkei, Frankreich und Großbritannien – hoffen auf unsere Niederlage, um uns bei den Gesprächen eigene Bedingungen zu stellen. Somit werden unsere militärischen Handlungen den politischen Friedensprozess intensivieren, und nicht beenden.“

Nach dem Interview gab Dmitri Kisseljow noch eine Einschätzung zu seiner Wahrnehmung des syrischen Präsidenten ab:

„Präsident al-Assad ist in ausgezeichneter Form, sowohl intellektuell als auch emotionell gesehen. Er ist von dem Siegeszug seiner Armee und der Befreiung Palmyras beflügelt. Al-Assad hat ironisch angemerkt, dass die westlichen Führer nun keinen Laut von sich geben und so tun, als hätten sie die Befreiung der Stadt nicht bemerkt.“