Die Befreiung Palmyras, der Tod eines russischen Offiziers und das US-Außenministerium

Die Befreiung Palmyras, der Tod eines russischen Offiziers und das US-Außenministerium
Während die syrische Armee bei der Befreiung Palmyras vorankommt, kann das US-Außenministerium nicht sagen, ob der IS aus der von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärten Stadt zurückgedrängt werden soll oder nicht. Im Zuge der Befreiung von Palmyra ist gestern auch ein russischer Offizier gefallen.

Der Fliegerleitoffizier hat als Angehöriger einer russischen Spezialeinheit am Boden verdeckt wichtige IS-Ziele aufgeklärt und die Koordinaten an seine Kameraden der Luftwaffe übermittelt. Als die Terroristen ihn entdeckt und umzingelt hatten, gab er seine Position als Zielkoordinaten für einen Luftschlag an und starb den Heldentod.

„Ein Offizier der russischen Spezialeinheiten ist im Raum Radmor, Palmyra, Gouvernement Homs, umgekommen, als er russische Bomber auf Ziele der IS-Terroristen lenkte.[…] Der Offizier starb einen Heldentod, indem er das Feuer auf sich selbst lenkte“, gab ein Vertreter der russischen Luftwaffenbasis Hmeimim (Provinz Latakia) am Donnerstagabend bekannt.

Während die syrische Armee weiter nach Palmyra vordringt, scheint die Befreiung der antiken Stadt der US Regierung recht gleichgültig zu sein. Nur auf Druck von Reportern nannte das Außenministerium den IS „ein wahrscheinlich größeres Übel“ als Präsident Assad. 

Mit russischer Luftunterstützung gelang es syrischen Truppen am Donnerstag, die historische Stadt zu betreten. Palmyra oder Tadmur ist ein Weltkulturerbe der UNESCO und seit letzten Mai von den Dschihadisten besetzt.

Regierungstruppen machen stetig Fortschritte seitdem sie die Offensive zur Rückeroberung begonnen haben. Die Stadt beherbergte einige der am besten erhaltenen Altertümer weltweit. Der IS hat nach der Einnahme der Stadt letztes Jahr zwei 2000 Jahre alte Tempel komplett zerstört.

Der Fortschritt der syrischen Armee ist auch ein wichtiger strategischer Sieg, um einen Weg in die östliche Stadt Deir ez-Zor zu schaffen, in der Regierungstruppen von den Extremisten belagert werden.

Aber diesem letzten Sieg der syrischen Regierungstruppen wurde seitens Washingtons keine Begeisterung entgegengebracht. Tatsächlich konnte der Sprecher des Außenministeriums Mark Toner nicht direkt sagen, ob die USA die Befreiung Palmyras als positiv oder negativ betrachten. Er legte nahe, dass der Unterschied zwischen dem IS und dem „Assad-Regime“ sehr klein sei. Am Mittwoch wurde Toner noch gefragt, ob die USA es lieber sehen würden, wenn „das Regime Palmyra wiedereinnimmt oder es vorziehen, wenn es in den Händen des Daesh bleibt?“ Nachdem er über „Verletzungen des Waffenstillstandes“ durch das „Regime“ sprach und versuchte, einer Antwort auszuweichen, wurde Toner dazu gedrängt, seine Ausführungen klarer darzustellen.

„Nein, ich meine, sehen Sie, also, es ist keine große Auswahl, entweder/oder, aber – was ist schlimmer: Daesh oder das Regime – aber wir denken Daesh ist wahrscheinlich das größere Übel, in diesem Fall“, antwortete Toner.

Die Befreiung Palmyras ist nur der jüngste Sieg in einer Serie von Erfolgen, die von der Syrischen Armee erreicht wurden, seitdem Russland die anti-Terror Kampagne im September begann. Mit Hilfe der russischen Luftunterstützung hat es Damaskus geschafft, die Terroristen  aus Latakia und dem Norden Aleppos, der größten Stadt des Landes, zu vertreiben. Aleppo war vor dem Krieg das wirtschaftliche Zentrum. Auch in den zentralen Provinzen Hama und Homs sind die syrischen Truppen erfolgreich.