Die IS-Ankara-Connection: RT deckt Terrorunterstützung durch Türkei auf

Profesionelle Buchhaltung: Jedes verkaufte Barrel Öl wurde vom IS sorgsam protokolliert
Profesionelle Buchhaltung: Jedes verkaufte Barrel Öl wurde vom IS sorgsam protokolliert
Ein Reporterteam von RT hat sich in den Nordosten Syriens begeben, um dort eine Dokumentation über den "Islamischen Staat" zu drehen. In der Stadt al-Schaddadi, die kurz davor von Kurden vom IS zurückerobert wurde, fanden die Journalisten äußerst brisante Dokumente. Darunter Rechnungen für Öl, das an die Türkei verkauft wurde und in der Türkei gedrucktes Schulungsmaterial für den Sturz der Assad-Regierung.

Pässe von Kämpfern des

Ein gefangener IS-Kämpfer bestätigt gegenüber RT die IS-Ankara-Connection:

"Man handelt mit Erdöl. Ich weiß darüber Bescheid. Außerdem helfen sie dem IS mit Nahrungsmitteln und anderen wichtigen Dingen. [...] Man hilft ihnen darüber hinaus mit Geld, Waffen und Munition. Das alles tut man offen."

Aus Pässen, die in al-Schaddadi zurückgelassen wurden, geht hervor, dass über die syrisch-türkische Grenze ein reger Zulauf von IS-Kämpfern in die Kriegsgebiete herrscht. Den Grenzübertritt lässt sich die Türkei wiederum vom IS mit Erdöl bezahlen, so der Zeuge.

Ein weiterer IS-Kämpfer bekräftigt gegenüber den Reportern die Enthüllungen und beschreibt seine Einreise von der Türkei nach Syrien und den Handel zwischen Ankara und dem IS-Gebiet. Im April 2016 veröffentlicht RT die gesamte Dokumentation aus den umkämpften Gebieten.

Der Historiker und Journalist Dr. Nikolaus Brauns kommentierte die RT-Enthüllungen wie folgt:

"Die von RT dokumentierten Unterlagen beweisen einmal mehr die enge Zusammenarbeit zwischen dem IS und türkischen Behörden. Die Türkei spielte eine zentrale Rolle als Geburtshelferin des IS-Kalifats.


[…]

Mit der IS-Unterstützung verbindet das Erdogan-Regime die doppelte Zielstellung, den syrischen Präsidenten Assad zu stürzen und durch eine sunnitisch geprägte und mit Ankara verbündete Regierung zu ersetzen sowie die Etablierung eines kurdischen Selbstverwaltungsgebietes in Nordsyrien zu verhindern."

Andrej Hunko, MdB Die Linke, fordert eine internationale Untersuchung der Recherchen von RT:

„Dies ist ein weiterer Beleg der Unterstützung des „Islamischen Staates“ durch die türkische Regierung.

Ich fordere eine internationale Untersuchungskommission, um die Hinweise zu verifizieren. Es ist unerträglich, dass die Bundesregierung den engen Schulterschluss mit Erdogan sucht. [...]"