Irak: Beginn von Großoffensive auf IS-Hochburg Mosul - Drohende Straßenschlachten

Irak: Beginn von Großoffensive auf IS-Hochburg Mosul - Drohende Straßenschlachten
Am Morgen startete eine Operation zur Befreiung der Stadt Mosul, der zweitgrößten Metropole Iraks. Dies teilte die irakische Zentralregierung in Bagdad mit. Experten fürchten ausufernde Straßenschlachten im Stadtkern von Mosul.

Das irakische Verteidigungsministerium informierte, dass Militärs unter Kontrolle des „Gemeinsamen Kommandozentrums Mosul“ damit begonnen haben, die „erste Phase der Rückeroberung“ der Stadt Mosul einzuleiten. Zahlreiche Dörfer rund um die Provinzhauptstadt von Ninewa seien inzwischen vom IS befreit.

Große Teile des Irak erleben ein Machtvakuum, seit Mitte 2014 die mehrheitlich sunnitisch geprägte und von ehemaligen radikalisierten Baathisten unterlaufene Terrormiliz „Islamischer Staat“ weite Teile Nord- und Westiraks militärisch überrannte. Das Machtzentrum des IS im Irak ist Mosul, die zweitgrößte Stadt des Landes.

Kritiker unterstellen der Zentralregierung in Bagdad, dass sie jahrelang die noch unter Saddam Hussein-Zeiten einflussreiche sunnitische Minderheit des Landes systematisch in Politik und Wirtschaft marginalisierte. Die entstandene Proteststimmung radikalisierte weite Teile der sunnitischen Araber.

In Mosul sollen sich mindestens 15.000 Kämpfer der Terrormiliz „Islamischer Staat“ aufhalten. Militärexperten befürchten, dass Kämpfe in Straßenschlachten ausarten könnten, die zivile Opfer drastisch in die Höhe schrauben würden.