Militärarzt in Syrien: Feuerpause senkt die Anzahl der Todesopfer drastisch

Militärarzt in Syrien: Feuerpause senkt die Anzahl der Todesopfer drastisch
Die Anzahl der Verwundeten und Gefallenen in Syrien ist spürbar gesunken, seitdem der Waffenstillstand in Kraft ist. Das erklärte der Chefarzt des Militärkrankenhauses, General Badia Ismail al-Atrash, am Dienstag gegenüber RT. “Diese Woche waren wir zum ersten Mal seit vier Jahren erleichtert. Die Anzahl der Verwundeten hat sich halbiert.“

Nach Angaben der Vereinten Nationen starben 470.000 Menschen im syrischen Konflikt seit dem Jahr 2011. Weitere 1,9 Millionen Syrier wurden verletzt. „Verglichen mit dem Zustand vor der Feuerpause ist die Zahl der Toten und Verletzten in der vergangenen Woche drastisch gesunken. Wir können jetzt ein wenig entspannen. Diese Woche können wir zum ersten Mal seit vier Jahren aufatmen. Das Krankenhaus empfängt halb so viele Verletzte wie zuvor“, so al-Atrash.

In dem Krankenhaus werden Verwundete von allen Fronten, nicht nur aus Latakia behandelt. Die meisten Patienten kommen aus Aleppo, Hama, Homs und Idlib. Bevor das Feuer eingestellt wurde, erreichten mindestens 15 bis 20 Verwundete wöchentlich das Krankenhaus. Dabei starb jeden Tag ein Patient. „Jetzt gibt es Tage, an denen das Krankenhaus keinen einzigen neuen Patienten eingeliefert bekommt“, berichtet Ismail al-Atrash.

„Im Allgemeinen wurden alle Opfer durch Granatgeschosse, Landminen und Schrapnell schwer verletzt. Manchmal wurden zwölf Arme und Beine in einer Woche abgenommen. Insgesamt nahmen wir etwa 1.000 Amputationen vor, seitdem der Konflikt ausgebrochen war“, so al-Atrash.

Der Chirurg Zuhir Munzir erzählt, dass die Ärzte inzwischen durch die schweren Fälle große Erfahrung mit dieser Art der Verletzungen haben. Ein großes Problem sei es, dass durch die Sanktionen viele Arzneien fehlen.

„Wenn unsere Möglichkeiten eingeschränkt sind, versuchen wir auf jede Art und Weise, den Menschen beizustehen. Wir wissen nur zu gut, dass unser Land unter Sanktionen leidet und dadurch auch ein Mangel an Arzneien entsteht.“

Er betonte auch, dass die Ärzte viel weniger Arbeit haben, seitdem die Waffenruhe in Kraft getreten ist. Er hofft, dass sie auch in der Zukunft eingehalten wird.

„Jetzt hat sich unsere Arbeit stabilisiert, zuvor haben wir relativ schwere und sogar drastische Perioden durchgemacht, als wir mehr Verwundete aufnehmen mussten, als wir behandeln konnten. Wir hoffen, dass der Waffenstillstand eingehalten wird, und dass die Anzahl der Verwundeten weiter sinkt.“

Dr. Saad Dip, der im Krankenhaus tätig ist, beschreibt, wie erleichtert er sich fühlt, weil die Anzahl der Verluste zurückgeht. Während des Krieges waren die Ärzte durch häufige Amputationen extremen Belastungen ausgesetzt.

„Wir behandelten meist Soldaten, die bei Explosionen und durch Geschoße verwundet wurden. In vielen Fällen mussten wir dringend operieren und waren tief erschüttert, weil unsere Patienten meist sehr jung waren. Gott sei Dank, hat sich der Zustand nun nach vier Jahren verbessert, es gibt weniger Verwundete und Tote“.