Update Mittwoch 11:40: Jemen: Zahl getöteter Zivilisten bei saudischem Luftangriff 107

Update Mittwoch 11:40: Jemen: Zahl getöteter Zivilisten bei saudischem Luftangriff 107
Die von Saudi-Arabien angeführte Koalition hat am Montag einen belebten Markt in der Hadscha-Provinz aus der Luft bombardiert. Dabei wurden nach letzten Meldungen 107 Zivilisten getötet, weitere 75 wurden verletzt, wie ein hochrangiger Vertreter der lokalen Gesundheitsbehörde mitteilte.

Amnesty International beschuldigt Saudi-Arabien erneut der schweren und systematischen Menschenrechtsverletzungen. AI Fordert den UN-Menschenrechtsrat auf, Das Königreich zur Verantwortung zu ziehen. Rijad habe "internationale humanitäre Regeln bei zahlreichen Gelegenheiten verletzt", sowohl mit dem Krieg gegen den Jemen und den Massenhinrichtungen im eigenen Land. Ende Update

Der Direktor des Gesundheitsamtes der Provinz Hadscha, Dr. Ayman Mathkour, sagte im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters, dass drei Luftschläge einen Markt im Mustaba-Distrikt getroffen hätten.

Die von Saudi-Arabien angeführte Koalition gegen die pro-iranischen Huthi, die einer schiitischen Konfession angehören, soll den Marktplatz ins Visier genommen haben. Die Koalition unterstützt die jemenitische Regierung unter den sunnitischen Präsidenten el-Hadi seit Beginn ihrer Operationen mit logistischen und militärischen Mitteln. Hadi-treue Truppen finden sich seit 2015 in regelmäßig heftigen Zusammenstößen mit den Huthi-Rebellen wieder, die die Hauptstadt Sanaa einnahmen.

Seit Beginn der saudischen Luftkampagne vor einem Jahr wurden rund 6000 Menschen getötet, darunter zahlreiche Zivilisten. Im Januar wurde ein Gremium der Vereinten Nationen ins Leben gerufen, um die Bombenkampagne in Jemen investigativ unter die Lupe zu nehmen. Dieses kam zum Ergebnis, dass es „weit verbreitete und systematische Angriffe auf zivile Ziele von Saudi-Arabien“ gegeben habe.

Bei diesen Angriffen auf den Jemen habe die Koalition auch Streumunition verwendet, deren Nutzung in bewohnten Gebieten verboten ist, geht aus einem Bericht der „Human Rights Watch“ (HRW) hervor.

Am 27. Februar griff die Koalition einen weiteren Markt in der jemenitischen Hauptstadt, Sanaa, an. Dabei starben 45 Menschen, meist Zivilisten. Rund 50 weitere Menschen wurden bei diesem Zwischenfall verletzt.