Experten: Abzug russischer Truppen aus Syrien wird Friedensprozess beschleunigen

Experten: Abzug russischer Truppen aus Syrien wird Friedensprozess beschleunigen
Am 14. März hat Russlands Präsident Wladimir Putin bei einem Treffen mit Außenminister Sergej Lawrow und Verteidigungsminister Sergej Schojgu einen Befehl zum Truppenabzug aus Syrien erteilt. RT sprach mit politischen Analysten über den überraschenden Schritt. Ihre Meinung: Mission Accomplished.

Im Gespräch mit RT nannte der ehemalige Analyst des US-Senats für Außenpolitik, James Jatras, diese Entscheidung einen Schritt auf dem Weg zur Beilegung des syrischen Konfliktes. James Jatras betonte, dass der Friedensprozess ohne die russischen Luftangriffe, mit denen das Land die Regierungsarmee unterstützt hatte, einfach unmöglich wäre.

„Militärisch gesehen hat Russland den Abzug eines Großteils seines Kontingentes aus Syrien angekündigt. Allerdings bleiben im Land sein Fliegerhorst und sein Marinestützpunkt. Zumindest bisher. Ich verstehe das so, dass das bedeutet, dass die Stellungen des ʻIslamischen Staatenʼ, der ʻAl-Nusra-Frontʼ, aber auch anderer oppositioneller Milizen, die sich dem Waffenstillstand nicht angeschlossen haben, weiterhin angegriffen werden sollen. Was den politischen Aspekt betrifft – und zwar die Beilegung des Konfliktes, so muss man daran denken, dass es heute um gar keine politische Lösung gehen könnte, wenn Russland die Regierungstruppen Syriens aus der Luft nicht unterstützt hätte. Hinzu kommen auch noch Erfolge der syrischen Armee, die die Terroristen gezwungen haben, aus der Offensive zur Defensive überzugehen."

Moskau sei ein Meister überraschender und draufgängerischer Züge. Daher sollte man sich nicht darüber wundern, meinte der Politologe John White im Gespräch mit RT.

„Diese Entscheidung spiegelt eine Veränderung des Kräfteverhältnisses im Kampffeld zugunsten der Regierungsarmee von Baschar al-Assad wider. Der Vormarsch gegen den ʻIslamischen Staatʼ geht weiter nach Osten. Jetzt wird um Palmyra gekämpft, dem man einen riesigen militärischen und symbolhaften Wert beimisst“, sagte White.

Nun sei die Aufmerksamkeit aller an die Verhandlungen in Genf gefesselt, meinte der Politologe. „Die Streitkräfte der Arabischen Republik Syrien haben weder über eine notwendige Ausrüstung noch über ausreichend Personal verfügt. Doch nach dem Eingreifen Russlands hat sich diese Situation grundlegend verändert. Der Kampfgeist ist wieder hoch, ihre Operationen sind nun eingespielt und weisen den erforderliche Grad an Koordination auf. Das alles hat es ihnen ermöglicht, den Vorteil zu nutzen, den sie dank der Deckung aus der Luft bekommen haben“, sagte John White im Gespräch mit RT. Nun müsste Washington der Opposition erklären, dass es keinen Plan „B“ in Bezug auf Syrien geben könne. Das habe man jüngst in der UNO bestätigt, betonte White.    

Die Politologin Catherine Shakdam sagte gegenüber RT, dass der Beschluss des russischen Präsidenten Wladimir Putin die Bedingungen für die Wiederaufnahme der Friedensverhandlungen schaffen werde. „Dieser Schritt ist auf eine Deeskalation in der Region gerichtet und ist ein Versuch, die Beilegung des Konfliktes in die politische Bahn zu lenken. Präsident Putin und Russland begreifen, dass sie sich nicht in einen großen Krieg hineinziehen lassen dürfen, zumal dieser Krieg kein Endziel ist“, meinte Shakdam.

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