Türkei: Zahl der Opfer nach Bombenanschlag in Ankara hat sich weiter erhöht

Türkei: Zahl der Opfer nach Bombenanschlag in Ankara hat sich weiter erhöht
Bei einem Selbstmordanschlag im Zentrum der türkischen Hauptstadt Ankara am Sonntagabend sind mindestens 37 Menschen getötet worden. Über 71 Personen wurden mit teilweisen schweren Verletzungen in die umliegenden Krankenhäuser eingeliefert. Türkische Regierungsbeamte vermuten die kurdische Arbeiterpartei "PKK" hinter dem Anschlag.

Der türkische Gesundheitsminister Mehmet Müezzinoğlu teilte mit, dass die Zahl der Todesopfer nach der schweren Explosion auf mindestens 37 Menschen angestiegen sei.

Namentlich nicht genannte türkische Regierungsbeamte teilten später mit, dass erste Hinweise auf einen PKK-Anschlag hindeuten. 

Der Anschlag ereignete sich im Güvenpark, dem Stadtzentrum der Hauptstadt im Viertel Kizilay. Die Autobombe, in dem vermutlich auch die Attentäter, die den Auslöser zündeten, saßen, ging laut dem staatlichen Fernsehsender TRT um 18:43 Uhr Ortszeit in die Luft.

Der Ort des Anschlags ist unweit eines Gerichtsgebäudes und von Einrichtungen des Justiz- und Innenministeriums gelegen.

Eine Überwachungskamera soll den Moment der Explosion dokumentiert haben. Die Aufnahme wurde auf YouTube gestellt. Darauf sind zunächst zahlreiche Busse erkennbar, bevor ein Wagen diese passiert und anschließend explodiert.

Türkische Behörden haben erklärt, sie werden den Namen der verantwortlichen Gruppe hinter dem tödlichen Anschlag und die bislang vorliegenden Beweise am Montag bekanntgeben. „Ich glaube, die Ermittlungen werden morgen abgeschlossen sein. Die Ergebnisse werden verkündet“, sagte Innenminister Efkan Ala in einem Kommentar im Fernsehen.

Die Explosion wurde von einem „mit Bomben beladenen Auto“ verursacht, informierte das Büro des Gouverneurs von Ankara gegenüber Reuters.

Zahlreiche Bilder sollen die Nachwirkungen der Explosion in den sozialen Medien beweisen. Auch ein Brand entstand im Zuge der Explosion. Rauchschwaden waren aus der Ferne zu sehen.

Indes versprach der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan, den „Terrorismus in die Knie zu zwingen“. Er betonte das Recht der Türkei zur Selbstverteidigung, um solche Anschläge in Zukunft möglichst zu verhindern.

„Unsere Bevölkerung sollte sich nicht sorgen, der Kampf gegen Terrorismus wird im Erfolg enden“, bemerkte Erdoğan.

Die USA und die Europäische Union verurteilten den Angriff. Sie übermittelten ihre Kondolenzadressen an die Familien der Opfer, während sie ihre Solidarität mit der Türkei beim Kampf gegen den Terror noch einmal bestätigten.

Bewohnerin von Cizre vor einem zerstörten Gebäude, 2. März 2016.

Auch der russische Premierminister Dimitri Medwedew äußerte sein Mitgefühl „mit dem türkischen Volk“, berichtete die Nachrichtenagentur TASS.

In der Zwischenzeit erklärte das australische Außenministerium, dass sein Botschafter zu Ankara, James Larsen, nur 20 Meter vom Anschlagsort entfernt im Auto gesessen habe. Außenministerin Julie Bishop sagte nach Informationen der Nachrichtenagentur AP:

„Ihm geht es gut, außer dass er offensichtlich von dem, was passierte, erschüttert ist. Wir glauben aber nicht, dass irgendwelche Ausländer getötet wurden, aber die Ermittlungen dauern noch an.“

Am 28. Februar, also vor kaum einem Monat, starben bei einem ähnlichen Anschlag in Ankara 28 Menschen, 61 wurden verletzt, als eine Autobombe in der Nähe von Einrichtungen der Polizei explodierte. Mutmaßlich standen Kräfte, die dem syrischen Ableger der „Kurdischen Arbeiterpartei“ nahestehen, hinter dem Angriff.

Eine Splittergruppe der PKK, die „Freiheitsfalken Kurdistans“ (TAK), bekannte sich später zu dem Anschlag. Sie erklärte, dass der Bombenanschlag eine Vergeltungsmaßnahme gegen türkische Militäroperationen im Südosten der Türkei gewesen sei.