Kurdenmilizen: „USA errichten zwei Militärflughäfen im Norden Syriens“

Symbolbild
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Die USA haben im Norden Syriens zwei Luftwaffenstützpunkte errichtet. Dies geht aus einem Reuters-Bericht hervor, der sich wiederum auf kurdische Medienberichte beruft. So soll es bereits eine Einrichtung mit einer fast komplett fertiggestellten Start- und Landebahn in Rmeilan (Provinz Hasaka) geben. Eine weitere soll nahe der türkischen Grenze südöstlich von Kobane errichtet werden.

Die so genannten „Syrischen Demokratischen Kräfte“ (SDF), ein Dachverband sogenannter „moderater Rebellen“, der Unterstützung vonseiten der US-geführten Anti-IS-Koalition und kurdischen Kräften erhält, bestätigen die Vorgänge und weisen darauf hin, dass es eine Vielzahl US-amerikanischer Experten, Ingenieure und Techniker gäbe, die sich an dem Projekt beteiligen.

Die USA dementieren unterdessen diese Berichte. Einem in der NZZ zitierten US-Militärsprecher zufolge würden die USA nicht beabsichtigen, über einen der Militärflughäfen die Kontrolle zu übernehmen. Es gäbe lediglich eine kleine Abordnung von Spezialisten, die versuchten, die Logistik zu verbessern.

Immer noch ist die Lage in Syrien vielerorts unübersichtlich und einige Allianzen, die vonseiten der USA vor Ort eingegangen werden, stoßen nicht überall auf Akzeptanz von Verbündeten. Dies ist vor allem dort der Fall, wo die Amerikaner mit den kurdischen YPG-Milizen gemeinsam agieren, die von der Türkei als syrischer Ableger der terroristischen PKK betrachtet werden. Die Türkei hatte mehrfach die Errichtung einer Sicherheitszone mit Flugverbot im Norden Syriens gefordert, die den Zweck haben sollte, zum einen Flüchtlinge aus den noch umkämpften Gebieten versorgen zu können, zum anderen, den so genannten „moderaten Rebellen“, die von der Türkei unterstützt werden, ein ruhiges Hinterland zu eröffnen.

Diese Rebellen liefern sich jedoch regelmäßig Gefechte mit kurdischen Milizen, auch jüngst, eine Woche vor dem nächsten Versuch, die Genfer Friedensgespräche wieder in Gang zu bringen.

Währendessen sollen sich die Verstöße gegen die vor einer Woche in Kraft getretene Waffenruhe wieder häufen. Das russische Verteidigungsministerium spricht von 15 Verstößen innerhalb der letzten 24 Stunden. In Aleppo sollen neun Zivilisten getötet worden sein, als ein mehrheitlich von Kurden bewohntes Viertel mit Granaten und Raketen beschossen wurden. Die YPG, die das Viertel kontrolliert, macht protürkische Rebellen für den Beschuss verantwortlich.

Die Außenminister der Russischen Föderation, Sergei Lawrow, und sein US-amerikanischer Amtskollege John Kerry zeigten sich dennoch nach einem Telefonat zuversichtlich bezüglich einer Dauerhaftigkeit der Waffenruhe.