Videobeweis: Ankara richtet Aufmarschgebiete mit schwerem Militärgerät an syrischer Grenze ein

Videobeweis: Ankara richtet Aufmarschgebiete mit schwerem Militärgerät an syrischer Grenze ein
Einem Team des russischen Fernsehsenders „REN TV“ ist es gelungen, mit einem Video zu beweisen, dass die türkische Armee direkt an der syrischen Grenze Aufmarschgebiete mit Militärgerät etabliert. Die REN TV-Crew blieb im syrisch-kurdischen Kobane stecken, als IS-Kämpfer das benachbarte Tel Abjad von zwei Seiten her überfielen: Von der IS-Hauptstadt ar-Raqqa und von der türkischen Grenze aus. Einwohner und russische Beobachter erheben in diesem Kontext schwere Vorwürfe gegen die Türkei.

Angehörige der kurdischen Landwehr hatten vorher mehrmals erklärt, dass die türkischen Streitkräfte auf das syrische Territorium eingedrungen wären und längs eines 98 Kilometer großen Grenzabschnittes zwischen den Städten Afrin und Kobanê die Staatsgrenze verschieben würden.  

Ein Kämpfer der syrisch-kurdischen Selbstverteidigungskräfte (YPG) läuft Patrouille an einer Mauer, die nach kurdischer Darstellung vom türkischen Militär auf syrischem Gebiet errichtet wurde, 29. Januar 2016

Das kurdische Kobanê, das an der syrisch-türkischen Grenze liegt, wird seit Ende 2014 von der Terrormiliz „Islamischer Staat“ belagert. Die fast völlig zerstörte Stadt wird momentan von kurdischen Einheiten kontrolliert. Ankara betrachtet die Angehörigen des militärischen Arms der „Partei der Demokratischen Union“ (PYD) als Terroristen, die mit der „Arbeiterpartei Kurdistans“ (PKK) verbunden sind.

Wie der REN-TV-Korrespondent Nikolai Kubanzew berichtete, komme es in der Umgebung von Tel Abjad immer noch zu Zusammenstößen: Die Kurden würden nach wie vor gegen IS-Terroristen kämpfen.           

Seit dem 27. Februar gilt in Syrien offiziell ein Waffenstillstand. Das Abkommen, das in erster Linie dank Bemühungen Russlands und der USA zustande gekommen ist, schließt syrische Regierungstruppen und bewaffnete Gruppen der Opposition ein. Die Terrornetzwerke „Islamischer Staat“ und „Al-Nusra-Front“ sowie andere Gruppierungen, die auf der UN-Terrorliste stehen, sind von dem Abkommen ausgeschlossen.

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