Waffen schweigen: In Syrien wird die Waffenruhe auch nach 48 Stunden weiter eingehalten

Waffen schweigen: In Syrien wird die Waffenruhe auch nach 48 Stunden weiter eingehalten
Die in der Nacht zu Freitag in Kraft getretene Waffenruhe hält. Heute bespricht Russlands Außenminister Lawrow mit dem US-Außenminister die weiteren Schritte. UNO plant humanitäre Offensive.

Kämpferinnen der Democratic Forces of Syria, einem Bündnis aus kurdischen und arabischen Kräften gegen Daesh (IS), lesen Nachrichten auf eine Tablet, Syrien, Provinz Hasaka, 26. Februar 2016.

Bis zum heutigen Montag hielten die Konfliktparteien in Syrien sich weitgehend an die von Russland mit den USA vereinbarte Waffenruhe. Terroristische Gruppen, die den Waffenstillstand nicht anerkennen, beschossen am Sonntag in der Provinz Latakia auf Wohngebiete ab. Nach Berichten des syrischen Fernsehens erfolgte der Beschuss aus der unmittelbaren Nähe der türkischen Grenze, wo hauptsächlich die al-Nusra-Front aktiv ist. Berichte über menschliche Verluste liegen nicht vor.

Teile der von der Türkei und Saudi-Arabien unterstützten Opposition behaupten gegenüber UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon, die Regierung würde sich nicht an die Feuerpause halten. Dabei beziehen sie sich vermutlich auf kleinere Zwischenfälle am vergangenen Wochenende. Nach Angaben von Reuters bezeichnen nicht näher benannte Vertreter der Opposition eine Einigung auch weiterhin als „unerreichbar“.

Die Vereinten Nationen werden in den nächsten Tagen humanitäre Hilfe für 150.000 Syrer auf den Weg bringen, die in bisher umkämpften oder belagerten Gebieten leben. Dies kündigte der Koordinator des Hilfsprogramms in Syriens Hauptstadt Damaskus, Yacoub El Hillo an. Die UN gehen davon aus, dass aufgrund des Krieges etwa 1,6 Millionen Menschen „schwer zu erreichen“ sind.

Der Beauftragte der Vereinten Nationen, Staffan de Mistura, heute vormittag in Genf.

„Dies ist die beste Gelegenheit, die das syrische Volk in den letzten fünf Jahren gehabt hat, um dauerhaft Frieden und Stabilität zu erreichen“, sagte El Hillo. „Aber wir alle wissen, dass ohne einen echten politischen Prozess und eine politische Lösung, die beide Seiten zur Einstellung der Feindseligkeiten und Beginn der humanitären Hilfe bringt, die Krise nicht zu beenden sein wird.“

Am Sonntag sprach Sergej Lawrow telefonisch dem amerikanischen Außenminister. Dabei sei es um Vorschläge gegangen, wie es über die Waffenruhe hinaus zu einer engeren Kooperation beider Länder im Syrienkonflikt kommen könne. Das Gespräch geht zurück auf eine Anregung des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Lawrow diskutierte mit Kerry auch anstehende Initiativen im Sicherheitsrat der UN und das Verhältnis zu Nordkorea.