Angeblich Dutzende türkische Militärfahrzeuge in Syrien eingedrungen sowie Grabenbau gestartet

Angeblich Dutzende türkische Militärfahrzeuge in Syrien eingedrungen sowie Grabenbau gestartet
Einer kurdischen Nachrichtenagentur zufolge sind Fahrzeuge des türkischen Militärs in den mehrheitlich von Kurden bewohnten Bezirk Afrin eingedrungen, außerdem soll die Türkei in der Nähe von Meydan Ekbis, einer Stadt in der Provinz Aleppo, mit der Aushebung eines Grabens begonnen haben.

Laut der Nachrichtenagentur ANHA ist das türkische Militär mit Dutzenden Kampffahrzeugen 200 Meter tief in das syrische Kurdengebiet in der Provinz Aleppo eingedrungen und hätte außerdem zwischen den Städten Sorka und Meydan Ekbis mit der Aushebung eines Grabens begonnen. Laut der Agentur ist auch der Bau einer Betonmauer an der syrischen Grenze in der Umgebung noch nicht abgeschlossen.

Auf der Webseite der Nachrichtenseite wurden Fotos von den laufenden Operationen veröffentlicht.

Der syrische Bezirk Afrin grenzt an die Türkei und ist überwiegend von Kurden bewohnt. Laut einer Volkszählung aus dem Jahr 2004 leben über 170.000 Menschen in der Region. Das Gebiet ist Teil der de facto autonomen Region Rojava oder seit 2013 Syrisch-Kurdistan.

Eine türkische Sicherheitsquelle soll der Nachrichtenagentur Reuters berichtet haben, dass die türkischen Truppen am Donnerstag zudem YPG-Stellungen im Norden Syriens unter Beschuss genommen haben. Die Quelle fügte hinzu, dass der Beschuss eine Antwort auf vorheriges grenzüberschreitendes Feuer war.

Die jüngsten Entwicklungen kommen, nachdem die türkische Regierung syrische Kurden der YPG als Drahtzieher hinter dem Bombenanschlag vom 17. Februar 2016 im türkischen Regierungsviertel beschuldigte und die Fingerabdrücke eines YPG-nahen syrischen Kurden in dem Auto, an dem die Bombe angebracht war, gefunden haben will. Die syrischen Kurden verneinen allerdings jegliche Beteiligung an dem Anschlag und beschuldigen den IS als Verantwortliche. Durch den Anschlag wurden 61 Menschen verletzt, zudem verloren 28 Menschen ihr Leben, von denen ein Großteil Soldaten gewesen sein soll. Der türkische Ministerpräsident, Ahmet Davutoglu, schwor daraufhin, dass die militärischen Anstrengungen im Kampf gegen kurdische Gruppen in Syrien fortgesetzt werden würden.

Kämpfer der

Die Türkei intensiviert nicht nur in Syrien zunehmend ihre militärischen Aktivitäten gegen „Kurden-Gebiete“, sondern auch im Irak und im eigenen Land.

Obwohl der UN-Sicherheitsrat (UNSC) am Dienstag die türkische Regierung ermahnt hatte, im Rahmen des Völkerrechts zu handeln, geht diese schon seit einer Woche täglich militärisch gegen die Kurden im Norden Syriens vor und auch erstmals im Verlauf des Bürgerkrieges direkt gegen die Syrisch Arabische Armee. Der Ermahnung des Sicherheitsrates ging ein Brief aus Damaskus zuvor, in dem die syrische Regierung die Türkei anklagt, dass sie die Souveränität des Landes verletzen würde und dass sie mit dem Beschuss direkt Terrorgruppen unterstützen.

Das russische Verteidigungsministerium hat zudem mehrfach Satelliten- und Luftaufnahmen veröffentlicht, die illegale Öllieferungen über drei Hauptrouten durch LKW des IS im industriellen Ausmaß in die Türkei dokumentieren. Russland behauptet zudem, dass die engsten Verwandten des türkischen Präsidenten, Recep Erdogan, direkt in den Handel mit dem IS verwickelt sind und massiv dadurch profitieren. Außerdem soll die Türkei über den Geheimdienst „MIT“ terroristische Turkmenen-Milizen sowie die FSA, die sich aus überwiegend extremistischen Sunniten zusammensetzt, finanzieren und mit Waffen versorgen. Ein Journalisten-Team, dass Waffenlieferungen durch den türkischen Geheimdienst an Extremisten in Syrien aufgedeckt hat, sitzt mittlerweile in Untersuchungshaft und wartet auf eine Verurteilung wegen Landesverrat und Spionage, weshalb ihnen lebenslange Haftstrafen drohen. Die Anzeige, die die Ermittlungen ins Rollen brachte, stellte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan höchstpersönlich. Zudem wurde eine Nachrichtensperre über den Bericht der Journalisten verhängt.

Auch die Spannungen zwischen Russland und der Türkei verschärfen sich zunehmend, nachdem die Türkei einen russischen Kampfjet, der gerade gegen die Terrormilizen nahe der türkischen Grenze operierte, wegen angeblicher Luftraumverletzung durch die türkische Luftwaffe abgeschossen wurde, woraufhin Turkmenen-Milizen einen der Piloten, der sich mit einem Fallschirm rettete, am Boden ermordeten.

Die russische Luftwaffe geht effektiv gegen den illegalen Ölhandel des IS, in den die türkische Regierung stark verwickelt sein soll, vor und zerstört dessen LKW und Raffinerien systematisch. Der IS hat im Allgemeinen starke Machteinbußen im Zuge der gemeinsamen, im September 2015 gestarteten Militäroperation Russlands und Syrien einstecken müssen. Erst gestern verkündete ein General der Syrisch Arabischen Armee, dass im Gouvernement von Latakia kürzlich die letzte Hochburg von Terroristen besiegt worden ist.

Trends: # Krieg in Syrien