Irak: Gestohlenes Iridium-192 aus US-Produktion vermutlich in Händen des IS für "schmutzige Bombe"

Symbolbild
Symbolbild
Irakische Behörden sind auf der Suche nach einem Behälter mit radioaktivem Stoff. 10 Gramm Iridium-192 verschwanden spurlos aus dem Lager der US-Erdöl-Service-Firma „Weatherford“. Die USA machen für den Verlust den Inhaber der Lagerhalle, das türkische Unternehmen „SGS“, verantwortlich. Der Sicherheitsanalyst Chris Hunter vermutet den radioaktiven Stoff bereits beim „Islamischen Staat“. Der IS könnte Iridium-192 zur Produktion von sogenannten „schmutzigen“ Bomben gut gebrauchen.          

Quelle: IAEA Imagebank/CC BY-SA 2.0

Die irakischen Behörden haben mitgeteilt, auf der Suche nach einem äußerst gefährlichen radioaktiven Stoff zu sein. Dieser soll bereits im November 2015 aus einem Depot verschwunden sein. Dabei geht es um Iridium-192, das dem US-amerikanischen Erdöl-Service-Unternehmen „Weatherford“ geraubt wurde. Dieses Isotop kann beim Herstellen von „schmutzigen“ Bomben verwendet werden, dabei werden einer Sprengladung radioaktive Stoffe beigemischt.      

Die Person, die mit Iridium-192 ungeschützt in Kontakt tritt, kann in wenigen Tagen oder gar Stunden sterben. RT sprach über den Vorfall mit dem britischen Sprengstoff-Experten Chris Hunter. Seines Erachtens befinde sich die gestohlene Substanz bereits in den Händen des „Islamischen Staates“.     

„Besonders besorgniserregend ist die Tatsache, dass man das radioaktive Material in der Tat unsachgemäß überwacht hat“, bemängelt der Major der britischen Infanterie und betont:

„Es sollen 10 Gramm Isotop entwendet worden sein. Natürlich ist die Menge an sich ziemlich gering, um die Schaffung einer schmutzigen Bombe in Aussicht zu stellen. Man muss jedoch daran denken, dass der ʻISʼ riesige Gebiete mit gut entwickelter Infrastruktur unter seiner Kontrolle hat.“

Quelle: Ruptly

Chris Hunter zufolge gehörten dazu Staudämme, Kraftwerke, Ölraffinerien und Krankenhäuser, wo man starke radioaktive Quellen wie zum Beispiel Cäsium und andere radioaktive Stoffe vorfindet.    

„Also hätten ʻISʼ-Kämpfer wohl bereits genug Stoff, um eine ʻschmutzigeʼ Bombe zu bauen“, so die Schlussfolgerung des Experten. 

Nachdem der Vorfall bekanntgemacht worden ist, machen die USA den Besitzer des Speichers, die türkische Firma „SGS“ für das spurlose Verschwinden des Behälters mit 10 Gramm Iridium-192 verantwortlich.