Pentagon macht Russland für menschliches Leid in Syrien verantwortlich - Vorgelegte Beweise? Keine!

Für US-Verteidigungsminister Ash Carter kommt alles Böse und alles Leid aus Russland...
Für US-Verteidigungsminister Ash Carter kommt alles Böse und alles Leid aus Russland...
Das Pentagon hat in einer gestrigen Pressekonferenz eine "brutale Diktatur" - gemeint war die Regierung von Bashar al-Assad - für das Leid in Syrien verantwortlich gemacht, das russische Eingreifen in den Konflikt habe zudem zusätzlich "enormen Schaden" angerichtet. Doch Belege für diese Anschuldigungen gegen Russland wurden nicht vorgelegt. Auch Pentagon-Sprecher Warren musste eingestehen, dass "unklar" ist, wer für den Angriff auf ein Krankenhaus im syrischen Idlib verantwortlich ist.

US-amerikanische Fairchild-Republic A-10 Thunderbolt II (deutsch Donnerkeil), unter Piloten auch Warthog (Warzenschwein) genannt, bombardierten am Mittwoch die syrische Metropole Aleppo, doch für Westmedien war

Nicht etwa die Kämpfer des IS und mit ihnen verbandelten Dschihadistengruppen sind nach Logik des US-amerikanischen Verteidigungsministeriums für das Leid in Syrien verantwortlich, sondern ausgerechnet jene politische Kraft, die - bevor es im Jahre 2011 zu ersten Aufständen kam - über Jahre Wohlstand und Stabilität in Syrien sicherte und für seine Reformbemühungen sowie für den Schutz religiöser Minderheiten vom Westen zuvor stets gelobt wurde: Präsident Bashar al-Assad. Pentagon-Sprecher Steven Warren, per Videostream aus Bagdad Washingtoner Journalisten zugeschaltet, gab nun zu Protokoll:

"Wir sollten es klar sagen: Das menschliche Leid in Syrien ist das Resultat von der brutalen Diktatur des Assad-Regimes. Die russische Intervention hat dessen Position gestärkt und die Situation hier verschlimmert. Diese Woche sahen wir die Berichte anhaltender Bombardierungen durch Russland und den Regime-Truppen einschließlich des Einsatzes von Fassbomben."

Der "Islamische Staat" wurde von Warren bei seinem Lagebericht zu Syrien erst gar nicht erwähnt. Als der Militärsprecher um eine genaue Einschätzung zu den Anschuldigungen der USA gebeten wurde, Russland hätte ein Krankenhaus in Syrien zerstört, sagte Warren der Fall sei "unklar" und antwortete ausweichend:

"Es gab keinen Rückgang der Intensität russischer Luftschläge oder jener der Regierungskräfte. Wir haben den beständigen Einsatz von Fassbomben gesehen, die enormen Schaden angerichtet haben, meistens willkürlich."

Der türkische Premier Ahmet Davutoglu zeigt auf der Pressekonferenz in der Ukraine, wie seiner Meinung nach eine ballistische Rakete fliegt, Kiew, 15. Februar

Am Montag hatte die UN berichtet, dass in der nördlichen Provinz um Aleppo und Idlib rund 50 Menschen bei einem Raketenangriff auf ein Krankenhaus und zwei Schulen getötet wurden. Da die syrische Regierung in der Nähe in Kämpfe mit Dschihadisten verwickelt ist, wurde Russland für die Angriffe verantwortlich gemacht.

"Wir weisen solche Anschuldigungen vehement zurück, um so mehr, da diejenigen die sie erheben immer wieder gezeigt haben, dass sie nicht in der Lage sind irgendwelche Belege zu liefern", sagte der russische Regierungssprecher Dmitry Peskov.

An den Vorwürfen gegenüber Russland beteiligt sich auch die Türkei in Person ihres Ministerpräsidenten Ahmet Davutoglu. Dieser behauptet, Russland habe eine ballistische Rakete vom kaspischen Meer aus abgeschossen, die das Krankenhaus in Idlib getroffen hat. Der russische Verteidigungsminister dementierte dies während der syrische Botschafter in Russland Geheimdienstquellen zitierte, die die US-geführte Koalition für den Angriff auf das Krankenhaus verantwortlich machen.

Das neuen "Blame-Game" aus den USA kommt wenig überraschend. Die Frage wer "gut" und wer "böse" ist, ist dort schon lange klar:

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