Syrische Beobachtungsstelle: Türkei lässt Hunderte Kämpfer über die Grenze nach Syrien

Kämpfer der "Freien Syrischen Armee" mit ihren Waffen in dem Ort Azaz im Norden von Aleppo an der Grenze zur Türkei, März 2014.
Kämpfer der "Freien Syrischen Armee" mit ihren Waffen in dem Ort Azaz im Norden von Aleppo an der Grenze zur Türkei, März 2014.
Mindestens 500 ausländische Kämpfer überquerten am Mittwoch die türkische Grenze in Richtung Syrien. Dies meldet die der Opposition nahestehende Organisation Infomonitor. Demnach bewegen sich die Kämpfer in die syrische Stadt Azaz im Norden der Provinz Aleppo. Dort haben pro-türkische Milizen in den vergangen Tagen schwere Rückschläge gegen die kurdischen Selbstverteidungskräfte (YPG) hinnehmen müssen.

"Mindestens 500 Rebellen haben den Grenzübergang Bab al-Salam auf dem Weg in die Stadt Azaz überquert, wo sie den dortigen Aufständischen gegen die kurdischen Streitkräfte helfen wollen, die im Norden der Provinz große Geländegewinne erzielen konnten." Dies sagte der Sprecher der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdel, gegenüber der Agentur AP. Unter den türkischen Söldnern befinden sich auch islamistische Kämpfer.

Andere Berichte bestätigen, dass auch an dem Grenzübergang Atme fast 350 bewaffnete Rebellen die Grenze nach Syrien überschritten haben. Dieser Zustand hält seit dem 14. Februar an. Die Kämpfer sind mit schweren und leichten Waffen bewaffnet. Die Milizen, die mit Unterstützung aus der Türkei, aus Saudi-Arabien und den USA kämpfen, hatten in den vergangenen zwei Wochen erhebliche Verluste gegen die Regierungstruppen im Norden der Provinz Aleppo zu verzeichnen.

Die Großoffensive der regulären syrischen Armee gegen die ehemalige Rebellenhochburg begann am 1. Februar und wurde durch Luftangriffe durch die Russische Förderation unterstützt. In Absprache mit der Regierung in Damaskus rückten auch kurdische Kämpfer in die Region vor. Inzwischen befreite die YPG die Stadt Tal Rifaat von sunnitischen Extremisten und ausländischen Söldnern.

Die vom Westen unterstützten Kräfte halten in der Gegend nur noch die Stadt Azaz, in der Nähe der Grenze zur Türkei. Weiter südlich ist der Ort Marea von kurdischen Kämpfern eingeschlossen. Die dortigen Söldner ziehen in Richtung Westen auf das Territorium des "Islamischen Staates" ab.

Unter Verstoß gegen jedes Völkerrecht begann die türkische Regierung in den vergangenen Tagen, syrisches Territorium über die Grenze zu beschießen. Die Artillerie traf unter anderem auch von ihren eigenen Kämpfern gehaltene Gebiete in Azaz. UN-Generalsekretär Ban Ki-moon warnte am Mittwoch davor, die militärischen Aktivitäten in Syrien weiter zu eskalieren. Die Kämpfe drohen die internationalen Bemühungen um Friedensgespräche zu behindern.