Syrischer Botschafter: US-Kampfflugzeuge zerstörten MSF-Krankenhaus in Idlib

Symbolbild: Zerstörte Krankenstation in Douma, Damaskus,  Januar 2016.
Symbolbild: Zerstörte Krankenstation in Douma, Damaskus, Januar 2016.
Das gestern durch Raketen getroffene Krankenhaus von Ärzte ohne Grenzen (MSF) in der syrischen Idlib Provinz wurde von Luftangriffen der US-Streitkräfte zerstört. Dies erklärte der syrische Botschafter in Russland, Riyad Haddad, gegenüber dem Fernsehsender Rossiya 24. „Die russische Luftwaffe hat nichts damit zu tun“, so Riyad Haddad, der sich bei seiner Aussage auf Informationen aus Geheimdienst-Quellen beruft.

Die Zahl der Toten stieg nach Informationen von RT inzwischen auf etwa 50 Menschen. Weitere acht Personen werden noch vermisst. Die Bomben trafen am Montag fünf medizinische Einrichtungen und zwei Schulgebäude im Norden Syriens, wo zur Zeit eine Offensive der regulären syrischen Armee gegen die Terrororganisation Daesh (Islamischer Staat) stattfindet. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International erklärte, dass die wiederholten Angriffe auf Krankenhäuser als Kriegsverbrechen zu behandeln sind.

Nach Angaben des syrischen Botschafters Riyad Haddad können bisher keine Zivilisten oder unabhängige Beobachter in Kampfgebiet im Norden von Syrien gelassen werden. Allerdings dementierte inzwischen auch ein Sprecher des Kreml, dass russische Flugzeuge an dem Vorfall beteiligt waren. Am gestrigen Montag waren in syrischem Hoheitsgebiet sowohl russische als auch US-amerikanische Kampfflugzeuge im Einsatz. Der russische Militäreinsatz findet in Absprache mit der syrischen Regierung in Damaskus statt.

MSF-Hauptquartier in Kabul

Auch in Jemen und in Afghanistan kam es in den vergangenen Wochen immer wieder zu Luftangriffen auf Gesundheitseinrichtungen in den Kriegsgebieten, die von Ärzte ohne Grenzen (MSF) unterstützt werden. Ende Januar bombardierte die Luftwaffe Saudi-Arabiens eine Gesundheitsstation in der jemenitischen Provinz Sa´ada. Dabei kamen ebenfalls 22 Menschen ums Leben.

Laut Auskunft des Internationalen Roten Kreuzes sind im Jemen seit Beginn der Luftangriffe durch die Saudi-geführte Koalition zirka 100 Krankenhäuser „absichtlich“ bombardiert worden. Das Rote Kreuz rief alle Konfliktparteien zu einem Ende der Kampfhandlungen auf und verurteilte die Angriffe als „schwerwiegende Verletzung des Völkerrechts“.

Im Oktober bombardierten US-Truppen ein Krankenhaus von Ärzte ohne Grenzen (MSF) in Kunduz. Im Bericht über die Attacke heißt es, Personen, die versuchten, aus dem brennenden Krankenhaus zu entkommen, wurden weiter beschossen worden sein. Christoph Strokes, der Geschäftsführer von MSF erklärte gegenüber RT:

„Kaum zu glauben, dass dies ein Unfall war.“