„Northern Thunder“ - Saudi-Arabien lädt Militärs aus 20 Ländern zu Großmanöver ein

„Northern Thunder“ - Saudi-Arabien lädt Militärs aus 20 Ländern zu Großmanöver ein
Die Anzeichen für ein Eingreifen Saudi-Arabiens und seiner Verbündeten in den syrischen Bürgerkrieg mehren sich. So werden in Kürze Soldaten aus 20 Ländern in der Golfmonarchie eintreffen, um Militärübungen abzuhalten, die 18 Tage andauern sollen. Dies teilte die offizielle Nachrichtenagentur SPA mit. Gleichzeitig hat Riad via US-Medien dem syrischen Präsidenten Bashar al-Assad offen mit einem "gewaltsamen Sturz" gedroht.

In der am Sonntag veröffentlichten Presseerklärung hieß es, die teilnehmenden Truppen würden „in den nächsten Stunden“ eintreffen. Das wichtige Ölexportland spricht von den „größten und wichtigsten“ Militärübungen in der Geschichte der Region.

Die Übung mit dem Namen „Northern Thunder“ wird im Norden des Landes stattfinden und Luft-, See- und Landstreitkräfte umfassen. SPA zufolge soll die Übung zeigen, dass Riad und seine Verbündeten „vereint stehen in der Konfrontation aller Herausforderungen und in der Erhaltung von Frieden und Stabilität in der Region“. Zu dem Manöver eingeladen sind arabische und afrikanische Länder. Die USA oder andere westliche Länder werden nicht dran teilnehmen.

Die Ankündigung der Saudis kommt nur kurze Zeit nachdem das Land, das Teil der US-geführten Koalition gegen die Terrormiliz Daesh (IS) ist, Militärjets und Personal auf die türkische Luftwaffenbasis İncirlik verlegt hatte.

Britische Soldaten bei der Militärübung

Die Basis wird bereits von der US Air Force als Ausgangspunkt für Einsätze in Syrien verwendet.

Riad hatte bereits in den letzten Wochen mehrfach erklärt, es sei erforderlich, Militäroperationen gegen den IS in Syrien zu „intensivieren“. Der Schritt weckte Besorgnis, Saudi-Arabien könnte sich auf eine umfassende Bodenoffensive im bürgerkriegsgeschüttelten Syrien, möglicherweise gemeinsam mit der Türkei,   vorbereiten. Die absolutistische Golfmonarchie unterstützt sunnitische Rebellen gegen die Regierung Assad und soll in ihrer Bündnispolitik mit Dschihadisten nicht allzu wählerisch vorgehen.

In einem küzlichen Interview mit US-Medien hat der saudische Außenminister Adel al-Jubeir offen angekündigt, Assad würde gestürzt werden, sollte er nicht im Zuge eines politischen Transformationsprozesses abtreten:

„Bashar al-Assad wird zurücktreten – es gibt keinen Grund, daran zu zweifeln. Er wird entweder auf dem Wege eines politischen Prozesses gehen oder gewaltsam abgesetzt werden.“

Saudische Artillerieeinheit beim Kampfeinsatz im Jemen - Bald auch in Syrien?

Gleichzeitig ist Saudi-Arabien in eine Koalition involviert, die seit März des Vorjahres gegen die Huthi-Rebellen im Jemen kämpft. Riad griff in den Bürgerkrieg im Nachbarland ein, um den abgesetzten Präsidenten Abd Rabbuh Mansur Hadi wiedereinzusetzen, der nach Ende seiner zweijährigen Amtszeit im Januar vor den Huthis geflohen war. Sein Vorgänger Ali Abdullah Saleh war einst ein Gegner der Rebellen und ist nun ihr Verbündeter, der sie mit loyalen Stammestruppen versorgt.

Die Saudis hatten auch im Dezember eine aus 35 Mitgliedern bestehende Koalition zum Kampf gegen den „Terrorismus“ gegründet, der vor allem muslimische Länder angehören. Kritikern gilt Saudi-Arabien selbst als Teil des Problems und einer der Hauptfaktoren für das Einströmen von Rebellen nach Syrien, die anfangs Gruppen wie die FSA, die „Islamische Front“ oder die Jabhat al-Nusra verstärkt hatten, am Ende aber zum IS überliefen.

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