US-Militärunternehmen Blackwater zieht Söldner nach hohen Verlusten und Niederlagen aus Jemen ab

Da lächelten sie noch in die Kamera: Blackwater-Söldner im Jemen
Da lächelten sie noch in die Kamera: Blackwater-Söldner im Jemen
Eine große Zahl an Söldnern des privaten US-Militärunternehmens Blackwater ist bei Operationen für die von Saudi-Arabien angeführte Militärintervention im Jemen ums Leben gekommen. Das Ausmaß der Verluste hat dazu geführt, dass das Militärunternehmen plant, seine gesamte Söldnerarmee mit Charterflugzeugen aus dem Jemen abzuziehen. Blackwater hatte traurige Berühmtheit erlangt, als 2009 bekannt wurde, dass Söldner des US-Unternehmens zahlreiche Zivilisten im Irak ermordet hatten.

Quelle: MaxMercy /CC BY-SA 3.0

Dem US-amerikanischen Söldnerunternehmen Blackwater ergeht es im Jemen nicht besonders gut. Die Firma, die die saudi-arabische Aggression unterstützt, bereitet sich auf einen Rückzug aus dem Land vor, nachdem das jemenitische Militär den Söldnern schwere Verluste und Niederlagen bereitet hat.

Dies berichtet der interamerikanische Fernsehsender TeleSUR unter Berufung auf arabische Quellen. Demnach hat Blackwater die Entscheidung, das Personal von der Al-Amri-Front abzuziehen, bereits am vergangenen Dienstag getroffen. Die Söldner hätten den Befehl erhalten, das Land in fünf extra gecharterten Maschinen Richtung Aden zu verlassen.

Der Rückzug vollzieht sich, nachdem das private US-Sicherheitsunternehmen in den letzten Tagen starke Verluste an der Al-Amri-Front hatte einstecken müssen. Demnach sollen in Blackwater-Einsätzen allein in den letzten Tagen sieben Söldner gefallen und weitere 39 verletzt worden sein.

Am 1. Februar war bereits Nicholas Butros, Blackwater-Befehlshaber der Söldner-Armee im Jemen, in der Lahij-Provinz im Südosten des Landes, bei einem SS-21 Raketenangriff ums Leben gekommen

Laut einem Bericht des arabischen Nachrichtenportals Bemanioun News kam es in den letzten Wochen verstärkt zu Missmutsäußerungen bis hin zu Tendenzen der Meuterei unter den Blackwater-Söldnern, darunter zahlreiche Kolumbianer. Ursache sei laut Bemanioun-News die ständigen Verluste und die Härte der Kämpfe gewesen.  

Kontext

Die Militärintervention im Jemen begann am 26. März 2015 unter dem Namen Operation Decisive Storm („Sturm der Entschlossenheit“) und ist eine militärische und politische Intervention einer von Saudi-Arabien angeführten Militärallianz, der neben Saudi-Arabien Ägypten, Bahrain, Katar, Kuwait, die Vereinigten Arabischen Emirate, Jordanien, Marokko, Sudan sowie der Senegal angehören. Logistische Unterstützung erfolgt durch die USA, Frankreich und Großbritannien. 

Die Militärintervention hat zum Ziel, die Macht des ehemaligen Präsidenten Abdu Rabu Mansur wiederherzustellen. Nach Angaben der im Jemen arbeitenden Menschenrechtsorganisationen sollen die saudischen Luftangriffe bisher 140 Krankenhäuser zerstört haben. Laut UN-Statistiken hat der Konflikt bereits mehr als 6.000 Menschenleben gefordert. Gut 2.800 davon waren Zivilisten.

Blackwater Worldwide trägt seit 2009 offiziell den Namen “Xe Services”, als die Firma ihr Image reinwaschen musste, nachdem bekannt geworden war, dass ihre Kämpfer im Irak und in Afghanistan Zivilisten ermordet hatten. Blackwater existiert seit 1996 und erfüllt als Privatunternehmen Aufgaben, die traditionell im Militärbereich liegen.

Blackwater-Söldner im Irak, 2009
Blackwater-Söldner im Irak, 2009